In Österreich ist die Kartoffelernte gerade in vollem Gange – vielerorts jedoch mit deutlichen Ertrags- und Qualitätseinbrüchen. Für Vertragsbauern für Chips – zum Beispiel beim heimischen Salzsnackhersteller und Marktführer Kelly‘s – läuft das Geschäft noch am besten. Auch Bewässerung erweist sich als entscheidender Erfolgsfaktor.
Die Kartoffelernte läuft gerade auf Hochtouren. Aktuell werden Speise- und Lagerkartoffeln sowie späte Sorten aus dem Boden geholt. Während es bei Frühkartoffeln zu Saisonbeginn im Juni in Beregnungsgebieten noch gute Erträge und sogar einen Angebotsüberhang gab, werden nun laut AMA aufgrund des Trockenstresses im Sommer erhebliche Ertragseinbußen erwartet – insbesondere bei nicht bewässerten Beständen. Auch mit Qualitätsproblemen ist zu rechnen, da ausgedörrte Böden das Risiko von Knollenbeschädigungen erhöhen und Drahtwurmbefall begünstigen. Dabei fressen sich die Larven des Schnellkäfers tief in die Knollen und verursachen Fäulnis.
Im Burgenland ist die Situation besonders angespannt, vor allem im Seewinkel. Betriebe mit gesicherter Beregnung sind jedoch wesentlich besser aufgestellt als Flächen ohne Bewässerungsmöglichkeit. Zu den Betrieben, die hier klar die Nase vorne haben, zählen etwa jene 15 Kartoffelproduzenten aus Deutsch Jahrndorf, Halbturn, St. Andrä, Illmitz, Zurndorf, Nickelsdorf, Andau und Kittsee, die als „Vertragsbauern“ den heimischen Chips- und Salzsnackhersteller Kelly’s beliefern.
Prophylaktische Maßnahmen
„Wir arbeiten österreichweit mit mehr als 95 Vertragsbauern und Landwirtschaftsbetrieben zusammen. 17 Prozent davon kommen aus dem Burgenland. Sie steuern pro Jahr rund 9.000 Tonnen burgenländische Erdäpfel bei. Das entspricht 35 Prozent der Gesamtmenge an österreichischen Kartoffeln für Kelly’s. Aus diesem Volumen werden ca. 16,5 Millionen Packungen Chips gefertigt“, erklärt Geschäftsführer Thomas Buck. Er ist für die operative Steuerung der gesamten Lieferkette zuständig – von der Landwirtschaft und Rohstoffbeschaffung über Produktion und Logistik bis hin zur Versorgungssicherheit.
Weil das Burgenland neben dem Marchfeld und dem Tullnerfeld zu den wichtigsten Anbaugebieten für Kelly’s zählt, „insbesondere aufgrund der verfügbaren Beregnungsflächen, die in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger werden“, stehen zwei Kartoffelmanager in regelmäßigem Austausch mit den Bauern. Sie besprechen mit ihnen den idealen Zeitpunkt für Aussaat und Ernte. Gemeinsam wird auch darüber beraten, welche Maßnahmen aufgrund der Trockenheit und der Klimaveränderungen ergriffen werden können – stets mit dem Ziel, bei schwankenden oder abweichenden Qualitätsstandards eine gemeinsame Lösung zu finden.
Vertragspartnerschaften sorgt für Win-Win-Situation
In den vergangenen Jahren wurde an Kartoffelsorten gearbeitet, die hitzeresistenter sind, aber gleich gut schmecken. Außerdem wurden die Spezifikationen bereits in den Wintermonaten angepasst, um ein breiteres Spektrum an Ware in gewohnt hoher Qualität akzeptieren zu können. Dadurch werden Qualitätsverluste für die Bauern teilweise abgefedert. „Diese vorausschauenden Vorkehrungen zeigen gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit Wirkung. Für diese langjährige, verlässliche Zusammenarbeit und ihren Einsatz unter den zunehmend herausfordernden klimatischen Bedingungen sind wir unseren Vertragsbauern sehr dankbar“, sagt Buck.
Auch die Landwirte selbst profitieren in Zeiten des Klimawandels von der langjährigen Partnerschaft enorm. Zum einen durch mehr Planungssicherheit, mehr Unterstützung und eine verlässliche Abnahme ihrer Ernte, auch dann, wenn Erträge oder Qualitäten schwanken. Und zum anderen durch eine Kooperation, die nicht nur auf ein einzelnes Erntejahr ausgerichtet ist.
Keine Importkartoffeln
Auch wenn die Kartoffeln heuer etwas kleiner ausfallen und die Erntemenge voraussichtlich geringer sein wird, kann Buck garantieren, dass Kelly’s-Chips trotz der Dürre österreichisch bleiben: „Das Prädikat ,Made in Austria‘ trifft tatsächlich zu hundert Prozent zu.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.