Mit Berglandmilch

Obersteirische Molkerei stimmt für Zusammenschluss

Steiermark
15.09.2026 17:24

Nach wochenlanger Unklarheit steht nun fest: Die Obersteirische Molkerei mit Sitz in Knittelfeld fusioniert mit der oberösterreichischen Berglandmilch. Die stimmberechtigten Genossenschafter stimmten in der Generalversammlung am Dienstag mit einer deutlichen Mehrheit für die Übernahme.

Jetzt ist es fix! Die Obersteirische Molkerei (OM) fusioniert mit der oberösterreichischen Berglandmilch. Bereits Mitte August wurden gut 1200 steirische Landwirte, die Milch an die OM liefern, informiert, dass der Marktführer aus Wels das Molkereigeschäft der Genossenschaft mit Sitz in Knittelfeld übernehmen möchte. Nachdem Aufsichtsrat und Vorstand von OM bereits Ende August einstimmig für die Übernahme gestimmt hatten, sprach sich am Dienstag auch die Mehrheit der Genossenschafter in einer Generalversammlung für den Zusammenschluss aus. 

714 der 791 anwesenden Stimmberechtigten stimmten in der Zechnerhalle in Kobenz für die Fusion, umgerechnet sind das rund 92 Prozent. Nur 60 Stimmen gab es dagegen. Für ein positives Ergebnis hätte es lediglich eine Zweidrittelmehrheit, also 516 Stimmen dafür, gebraucht. Die übrigen 17 Stimmen stellten sich als ungültig heraus – vier Mitglieder enthielten sich, 13 Stimmen wurden nicht abgegeben. Der Übernahme der OM durch die Berglandmilch dürfte somit nichts mehr im Weg stehen. Im nächsten Schritt müssen die Gremien in Oberösterreich und die Bundeswettbewerbsbehörde dem Zusammenschluss zustimmen.

Standorte und Hartkäseproduktion gesichert
In acht Infoveranstaltungen zur geplanten Eingliederung gelang es den Branchenvertretern, den Bauern ihre Sorgen zu nehmen: „Dass so viele bei der Generalversammlung waren und für den Zusammenschluss gestimmt haben, ist ein überwältigendes Zeichen. Es zeigt, dass die Bauern in der Obersteiermark zusammenstehen“, freut sich Jakob Karner, Obmann der OM, im „Krone“-Gespräch.

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Diese Entscheidung ist wichtig für die Zukunft unserer Milchbauern. Es ist überwältigend, dass so viele zur Versammlung gekommen sind.

Jakob Karner, OM-Obmann

Vor allem die Bündelung der Kräfte spreche für diesen Schritt: „Wir glauben, dass wir mit der Berglandmilch gemeinsam mehr Chancen am Markt haben. Als kleine Molkerei haben wir nicht dieselben Produktionsmöglichkeiten wie große Betriebe. Das ändert sich jetzt“, betont Karner. Ein Argument, das vor allem bei jungen Landwirten für Zuspruch sorgte.

Zwar gibt die Obersteirische Molkerei mit der Fusion ihre Eigenständigkeit auf, die Genossenschaft bleibt aber weiterhin bestehen und wird als solche in die Berglandmilch eingegliedert: „Für die Standorte Spielberg und Knittelfeld, wo die Hartkäseproduktion stattfindet, gibt es auch eine Standortgarantie.“

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Für unsere Konsumenten wird es keine großen Änderungen geben. Unseren Hartkäse wird es garantiert weiterhin im Handel zum Kaufen geben.

Michael Riegler, Geschäftsführer OM

Milchabholung bleibt wie bisher
Und das ist nicht die einzige Zusicherung, die bei den Verhandlungen mit dem Milchgiganten erreicht werden konnte: „Die Berglandmilch verarbeitet dieselben vier Milchsorten wie wir. Es wurde garantiert, dass die Abholungen gleich weitergehen wie bisher. Das war uns wichtig, denn keiner unserer Bauern darf übrig bleiben“, betont der Obmann.

Im nächsten Schritt müssen die Gremien in Oberösterreich bei einer Generalversammlung und anschließend noch die Bundeswettbewerbsbehörde dem Zusammenschluss zustimmen.

Für Konsumenten seien keine großen Änderungen zu erwarten: „Unsere Handelsverträge bestehen weiterhin. Unser Hartkäse wird auch garantiert weiter im Handel verfügbar sein“, hält OM-Geschäftsführer Michael Riegler fest.

Rückendeckung für die heikle Entscheidung kommt von der Interessenvertretung der steirischen Bauern: „Die Eigentümer haben mehrheitlich entschieden, offenbar konnte man im Vorfeld den Bauern die Sorgen nehmen – das nehmen wir zur Kenntnis und unterstützen wir selbstverständlich“, sagt Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger auf „Krone“-Anfrage.

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