Die Ukraine hat in der Nacht auf Dienstag mit Drohnen eine Ölraffinerie in Russland angegriffen. Zuvor hatte Russland eine Tankstelle in Kiew getroffen. Der von US-Präsident Donald Trump verkündete Verzicht, Energieanlagen anzugreifen, bleibt damit Illusion.
Bei dem ukrainischen Drohnenangriff auf die Raffinerie in Sysran im Südosten Russlands wurden die Anlage und mehrere Wohngebäude beschädigt, so die Behörden der Region Samara. Todesopfer habe es nicht gegeben. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden.
Raketenangriff auf Lagerhallen
Die Ukraine attackierte in der Nacht zudem in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Rostow, Juri Sljussar, wurden keine Opfer gemeldet. Allerdings seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebäude sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt worden.
Im Netz kursieren Videos, die die brennende Ölraffinerie in Russland zeigen:
Tankstelle in Kiew getroffen
Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, meldete in der Nacht auf der Plattform Telegram russische Drohnenangriffe auf die Stadt. Dabei sei eine Tankstelle getroffen worden. In einem anderen Bezirk sei ein Mensch verletzt worden. Moskau meldete am Dienstag zudem einen russischen Angriff auf zwei Schiffe im Schwarzen Meer.
Während Trump am Montag angekündigt hatte, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten, sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von einem Vorschlag für eine Waffenruhe. Zu einer solchen sei er unter Bedingungen bereit, erklärte er am Montagabend in einer Videobotschaft.
Will Friedensbereitschaft sehen
Kiew werde einen solchen Schritt nur unterstützen, wenn die US-Regierung garantiere, dass Moskau den Krieg tatsächlich beenden wolle, sagte Selenskyj. Bisher habe man keinen echten Willen Russlands zu einem Kriegsende gesehen. Sollten die US-Partner jedoch eine ehrliche und langfristige Bereitschaft Moskaus sicherstellen, werde die Ukraine eigene Schritte zur Deeskalation unternehmen. Ein Abkommen müsse verlässlich sein und echte Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.
In dem seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg hat Russland immer wieder ukrainische Energieanlagen beschossen. Dies hat zu massiven Schäden an den Strom- und Wärmenetzen geführt und sowohl die Industrie als auch den Alltag der Zivilbevölkerung stark beeinträchtigt. Das ukrainische Militär greift seinerseits seit Monaten russische Industrieanlagen an. Im Fokus steht dabei vor allem die Ölindustrie, die eine der wichtigsten Stützen der russischen Wirtschaft ist. Diese Angriffe haben in mehreren russischen Regionen zu erheblichen Engpässen bei Benzin geführt.
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