Ein niederländisches Vater-Sohn-Gespann soll internationale Rip-Deals am Konto haben – auch an bekannten Personen. Im Wiener Landl wird nun aber nur der 27-Jährige verurteilt. Sein Vater ist nämlich weiterhin flüchtig.
Für die Opfer schien es wie ein lukratives Geschäft: Bitcoins gegen viel Bargeld. Auch für den mittlerweile verstorbenen ATV-Darsteller Charly, der durch das Format „Amore unter Palmen“ bekannt wurde. „Die waren so hartnäckig“, wird seine Einvernahme vor einigen Jahren im Wiener Landl verlesen. In Italien in einem schmucken Lokal am Meer übertrug er im Juni 2017 den vermeintlich seriösen Geschäftsleuten 64 Bitcoins gegen 240.000 Euro in bar – Falschgeld ...
ATV-Darsteller 89 Bitcoins abgenommen
Bei einem zweiten „Rip-Deal“ im September 2017 in einem Hotel in Amsterdam verlor Charly 100.000 Euro beziehungsweise 25 Bitcoins. Die jetzt einige Millionen wert wären. Und damit ist der Verstorbene eines von vier Opfern, die die Anklage der Staatsanwaltschaft umfasst.
„Mastermind sitzt nicht hier“
Verantwortlich laut Anklägerin: Ein Vater-Sohn-Duo aus den Niederlanden. „Das Mastermind dieser Delikte sitzt leider nicht hier“, so die Staatsanwältin. Denn der Mandant von Klaus Ainedter ist wegen eines Haftbefehls flüchtig. Er würde sich nur bei freiem Geleit stellen, sagt sein Verteidiger.
Nicht wie sein Sohn. Sein Verteidiger Simon Häussler betont: „Er hat sich selbst gestellt. Er ist freiwillig bei der niederländischen Polizei angetanzt.“ Und musste den Prozess nun alleine durchstehen. Der 27-Jährige wird in zwei Fakten wegen schweren Betrugs und Falschgeld zu 15 Monaten teilbedingt verurteilt. Den Opfern muss er 118.500 Euro zahlen.
Für die Rip-Deals an Charly gab es letztlich einen Freispruch. Dieser hatte den Angeklagten auf Bildern bei der Polizei nämlich nicht sicher wiedererkannt. Er gab eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent an. Klaus Ainedter richtet sich an die Schöffen: „In Wahrheit ist das gar nichts. Das ist ein Bauchgefühl. Aber Sie müssen für eine Verurteilung ganz sicher überzeugt sein.“ Und das waren sie nicht.
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