„Krone“-Sportchef Peter Moizi schreibt in seiner „Stopplicht“-Kolumne über das respektlose Verhalten der Al-Taawoun im Spiel gegen Al-Hilal ...
Die US Open sind extravagant, laut und schrill. Am Court duellierten sich Alexander Zverev und Ben Shelton um ein Rekord-Preisgeld, auf den oberen Rängen der Ashe-Arena prosteten sich Fans während der Ballwechsel mit Bier zu und schmatzten beim Verzehren ihrer Hotdogs. Ein für die Tenniswelt ungewöhnlicher Lärmpegel – dafür umso friedlicher.
„Jota“-Rufe in Richtung von Neves
Davon kann in manchen Fußballstadien keine Rede sein. In der Saudi Pro League wurde bei der Partie Al-Taawoun gegen Al-Hilal ein neuer Tiefpunkt erreicht. Während der Spielunterbrechungen riefen gegnerische Fans von Al-Taawoun lautstark „Jota, Jota, Jota“ in Richtung von Ruben Neves. Die Rufe bezogen sich auf den portugiesischen Nationalspieler Diogo Jota, der vor 14 Monaten bei einem tragischen Autounfall ums Leben kam. Neves zählte zu seinen besten Freunden und trug sogar seinen Sarg. Die Rufe sollten als geschmacklose Provokation dienen, um den Al-Hilal-Profi mental fertig zu machen.
Das ist ein klares Überschreiten der Grenze zur Pietätlosigkeit und ein Fehlverhalten der untersten Schublade. Völlig niveau- und würdelos, ein unentschuldbarer Affront gegen Jotas Familie. Der beim Liga-Konkurrenten unter Vertrag stehende Superstar Ronaldo äußerte seine Empörung und forderte harte Sanktionen sowie lebenslange Stadionverbote. Die Verantwortlichen der Klubs und der Liga sind nun am Zug, denn mit Fußball haben solche traurigen Skandale nicht im Entferntesten zu tun.
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