Warnung vor Rip-Deals

Coup geplatzt: Brüder um drei Kilo Gold getäuscht

Wien
18.01.2026 13:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vier Tatverdächtige gaben sich in Wien als reiche Geschäftsleute aus und wollten vergangenen November von einem österreichischen Brüderpaar 300.000 Euro für drei Kilo Gold erbeuten. Zwei Männer wurden in Italien festgenommen, zwei weitere sind weiterhin auf der Flucht. Die Polizei bittet um Hinweise – auch anonym.

Es klingt wie ein Coup aus der Berliner Familienclan-Serie „4 Blocks“, doch dieser Fall spielte sich tatsächlich am 6. November des vergangenen Jahres ab. Ein sogenannter Rip-Deal sollte gleichzeitig in Wien und Mailand über die Bühne gehen. Ein österreichisches Brüderpaar verhandelte mit vermeintlichen internationalen Geschäftsleuten den Kauf von drei Kilogramm Gold im Wert von über 300.000 Euro.

Geldübergabe in Mailand geplant
Die Übergabe der 15 Goldbarren war in einem Hotel in der Wiener Innenstadt geplant, gleichzeitig sollte in Mailand das Geld übergeben werden. Die vier Tatverdächtigen hatten jedoch die Rechnung ohne die Brüder gemacht: Kurz vor der Geldübergabe im mittleren sechsstelligen Bereich wurde das Bargeld durch Falschgeld ersetzt. Als den Brüdern der Betrug auffiel, erstatteten sie umgehend Anzeige bei der Polizei.

Solche Fälle sind der Polizei nicht neu. Nach Angaben der Wiener Ermittler werden derartige Delikte „nahezu ausschließlich von Familienclans der Westbalkanregion“ begangen. Der Modus operandi ist dabei immer ähnlich: Die Verdächtigen geben sich als wohlhabende Geschäftsleute oder Investoren aus und täuschen ihre Opfer gezielt.

Vorgetäuschte Geschäfte mit Luxuswaren
Häufig geht es um vorgetäuschte Geschäfte mit Luxusgütern wie Uhren oder Gold. Diese Rahmengeschäfte dienen jedoch nur dazu, Vertrauen zu gewinnen und die eigene Glaubwürdigkeit zu stärken. Die Täter planen die Geschäfte oft so, dass sie zumindest teilweise im Ausland abgewickelt werden können, um die Waren unbemerkt gegen wertlose Gegenstände auszutauschen oder Falschgeld zu übergeben.

Die Polizei bittet um Hinweise zu dem mutmaßlichen vierten Tatverdächtigen (s. Bild oben).
Die Polizei bittet um Hinweise zu dem mutmaßlichen vierten Tatverdächtigen (s. Bild oben).(Bild: LPD Wien)

Zwei Verdächtige in Italien festgenommen
Die Spezialeinheit „Rip-Deal Unit Vienna“ konnte nach der Anzeige innerhalb von zwei Monaten intensiver Ermittlungen drei der vier Tatverdächtigen im Fall des geschädigten Brüderpaars ausforschen. Das Trio ist bereits in mehreren europäischen Ländern wegen Betrugs und Einbruchsdiebstählen vorbestraft. In Italien griffen Polizisten vergangene Woche zu: Zwei Männer im Alter von 29 und 32 Jahren, beide italienische Staatsbürger, wurden nahe Turin festgenommen. Ein weiterer Tatverdächtiger aus Italien (21 Jahre) ist weiterhin auf der Flucht. Auch der vierte Verdächtige (s. Bild) wird noch gesucht. Hinweise nimmt die Polizei streng vertraulich entgegen – auch anonym.

Die Spezialeinheit empfiehlt, für den Verkauf von Gütern nicht ins Ausland zu reisen. Misstrauen sei angebracht, wenn ein Käufer nicht über den Preis verhandeln wolle. Nachforschungen zu angeblichen Käufern seien ebenso angebracht wie auch Anzeigen im Inland, wenn man im Ausland Opfer solcher Betrügereien geworden ist.

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