Wirksame Arzneien gibt es längst – doch für viel zu viele Leidende scheitert die Behandlung gegen Adipositas am Geld. Für Betroffene beginnt die Therapie mit einer ernüchternden Rechnung: Mehrere Hundert Euro im Monat können die Medikamente kosten.
„Für meine Patienten heißt das oft: Wie viele Kilo weniger kann ich mir leisten?“, sagt Bianca Karla Itariu, Präsidentin der Österreichischen Adipositas Gesellschaft. Besonders bitter: Menschen mit geringem Einkommen sind überproportional häufig von der chronischen Erkrankung betroffen.
Gewichtsverlust bis zu 25 Prozent
Dabei hat die Medizin längst große Fortschritte gemacht. Neue Wirkstoffe können Gewichtsverluste von 15 bis 25 Prozent ermöglichen und auch Folgeerkrankungen reduzieren. Der Haken daran: Die Sozialversicherung übernimmt die Medikamente bislang nicht regulär.
„Wir haben die Krankheit, die Medikamente und die Therapie – aber nicht die entsprechende Kassenleistung“, kritisiert Dagmar Fedra-Machacek, Vizepräsidentin der NÖ-Ärztekammer.
Erstattungsrahmen muss reformiert werden
Besonders absurd: Die ÖGK finanziert unter bestimmten Voraussetzungen eine Magenverkleinerung, die medikamentöse Therapie aber nicht regelhaft. Auch Dr. Naghme Kamaleyan-Schmied von der Ärztekammer Wien fordert, dass der veraltete Erstattungsrahmen reformiert werden muss. Auch Beratung und langfristige Betreuung sollten Kassenleistung werden. „Nicht nur jene dürfen eine Therapie bekommen, die es sich leisten können“, so Fedra-Machacek unmissverständlich.
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