Abkehr im Almkanal

Salzburger Kanalmeister: „Das hatten wir noch nie“

Salzburg
12.09.2026 08:00

Der Salzburger Almkanal wird wie jedes Jahr ausgelassen und gründlich gereinigt. Die „Krone“ hat Almmeister Lukas Peter bei der Abkehr begleitet. Er erzählt, was heuer besonders ungewöhnlich war, welche kuriosen Dinge zum Vorschein kamen und welche Rolle die vielen Badegäste im Gewässer spielen.

„So trocken wie heuer war der Almkanal vermutlich noch nie“, sagt Lukas Peter. Er ist so etwas wie der Hausmeister des zwölf Kilometer langen Gewässers, das durch die Stadt Salzburg fließt.

Jährlich wird es Anfang September entleert und inspiziert. Gemacht wird das, damit der Kanal gründlich gereinigt werden kann. Kraftwerke und Mauern entlang der zwölf Kilometer Länge werden ebenso überprüft und gewartet. Die komplette Abkehr des Almkanals dauert insgesamt drei Wochen.

Es ist mittlerweile die vierte Abkehr von Lukas Peter als Hauptverantwortlicher.
Es ist mittlerweile die vierte Abkehr von Lukas Peter als Hauptverantwortlicher.(Bild: Markus Tschepp)

Sein Wasser bezieht das künstlich angelegte Gewässer aus der Königsseeache, es dient zur Versorgung der Stadt. Was dieses Jahr besonders ungewöhnlich ist: die Wassertemperatur. Die erreichte im Sommer rund 20 Grad — außergewöhnlich warm. „Das hatten wir noch nie“, so Peter.

Der Almkanal

  • Mit sieben Seitenarmen ist er Mitteleuropas ältestes Wasserversorgungssystem.
  • Das Wasser kühlt Gebäude wie die Residenz oder das Festspielhaus.
  • 19 Kraftwerke gibt es auf zwölf Kilometern Länge.

Bei der Abkehr kommt auch so einiges zum Vorschein. „Wir finden heuer außergewöhnlich wenig Sand und Schotter, dafür aber einiges an Sperrmüll“, berichtet Peter. Unter den Fundstücken war unter anderem eine Tresortüre. Gleichzeitig mit der Reinigung beginnen zahlreiche Sanierungsarbeiten – an 30 Stellen wird dieses Jahr gearbeitet. Mauern werden erneuert, Holz wird getauscht und brüchige Stellen werden betoniert.

Die vielen Badegäste führen zu mehr Sanierungsarbeiten.
Die vielen Badegäste führen zu mehr Sanierungsarbeiten.(Bild: Andreas Tröster)

Das Gewässer ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. „Der Freizeitwert des Almkanals wird immer mehr geschätzt“, so Peter. Gleichzeitig bringen aber die vielen Badegäste zusätzliche Belastungen für den Kanal mit. „Wir müssen die Notausstiege erneuern, weil diese von Schwimmern abgenutzt wurden.“

Bis zum 25. September dauert die Abkehr noch, dann fließt wieder Wasser durch die Stadt. „Was bis dahin nicht erledigt werden kann, muss auf das kommende Jahr verschoben werden“, sagt der Almmeister.

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