Die WKStA wirft dem früheren Geschäftsführer von Kika/Leiner schweren Betrug und betrügerische Krida vor. Der Mann sitzt in Wien in Untersuchungshaft. Seine Festnahme mitten in steirischer Bilderbuchlandschaft dürfte abenteuerlich abgelaufen sein.
Teilweise wolkig und sehr warm war der 28. August im steirischen Ennstal – perfekt für eine Wanderung, wie auch der frühere Kika/Leiner-Geschäftsführer Hermann W. befand. Der sich zusammen mit Freunden zum Bergausflug verabredete.
Beim Abstieg traf man auf andere Wandersleute: „Wie weit ist es denn noch bis zum See?“, sollen diese gefragt haben. „So 30 Minuten“, antwortete der noch ahnungslose Familienvater. Der nächste Satz warf ihn aus der Bahn: „Sind Sie Herr W.? Sie sind festgenommen“, sagte einer der Zielfahnder. Die sich offenbar als Bergsteiger ausgegeben hatten.
Mein Mandant hat versucht, das Unternehmen mit dieser Werbeaktion zu retten. Zum Schluss erfolgten sämtliche Anzahlungen auf Absonderungskonten.

Rechtsanwalt Sascha Flatz
Bild: Gerhard Bartel
Hochwasseropfer jetzt auch Betrugsopfer?
Wie berichtet, ermittelt die WKStA gegen den Steirer wegen des Verdachts des schweren Betrugs und der betrügerischen Krida.
Er habe mit der „Unwetter-Soforthilfe-Aktion“ 2024 mehr als 4700 Kunden getäuscht, indem er diesen einen 20-prozentigen Rabatt auf Möbelkäufe gewährte und Anzahlungen für Produkte, die nie geliefert werden konnten, kassierte. Der Schaden soll mehr als 15 Millionen Euro betragen.
Zugriff nach tagelanger Observation
Der Wiener Rechtsanwalt Sascha Flatz, der W. gemeinsam mit Anwalt Gerhard Podovsovnik vertritt, weist die Vorwürfe zurück: „Er hat versucht, das Unternehmen mit dieser Werbeaktion zu retten. Zum Schluss erfolgten sämtliche Anzahlungen auf Absonderungskonten.“ Die spektakuläre Verhaftung, die offenbar nach tagelanger Observation erfolgte, ist für Flatz überzogen. Wie auch die verhängte U-Haft.
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