Ekel-Alarm in der F1

„Kabelschächte und Rinnen als Toilette benutzt“

Formel 1
12.09.2026 08:03

Madrid liefert bislang ein tadelloses Debüt in der Formel 1 ab. Andere Premieren der Königsklasse sorgten für „Ekel-Alarm“ und Chaos-Faktor.

Die „Krone“ berichtet aus Madrid

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für die Betreiber neuer Strecken in der Formel 1. „Wir werden in diesen Tagen einiges lernen und nächstes Jahr vieles besser machen“, erklärte Lokalmatador Carlos Sainz daher zum Start in das erste Wochenende auf dem neuen Kurs in Madrid. Wie schwer so mancher Anfang in den vergangenen Jahrzehnten war, weiß Christoph Ammann aus eigener leidlicher Erfahrung. Mit der „Krone“ plauderte der Chef von „Cam Security“ über Kurioses und teils Ekelhaftes bei Debütrennen:

  • Magny-Cours: „Damals gab es dort in 150 Kilometer Umkreis keine Autobahn, und der Verkehr ist total zusammengebrochen. Im zweiten Jahr haben streikende Lkw-Fahrer die Straßen blockiert. Fernseher für den VIP-Klub und sogar Spritlieferungen für die F1-Autos kamen nie an.“
Christoph Ammann (re.) im Gespräch mit der „Krone“
Christoph Ammann (re.) im Gespräch mit der „Krone“(Bild: Michael Höller)
  • Indien: „Beim Bau haben die Billiglohnkräfte teilweise im Rohbau geschlafen und Kabelschächte und Rinnen als Toiletten benutzt. Da hat man beim ersten Rennen noch einige ,Hinterlassenschaften‘ gefunden. Zudem war das Fahrerlager gepflastert und es gab dort keinen Quadratmeter, der eben war. Bei den Treppen zum Pressezentrum wurde auch ordentlich gepfuscht und geschwindelt. Für das zweite Jahr musste viel nachgebessert werden.“
  • Südkorea: „Es war üblich, dass die Teams nach dem Rennen in ihren Hospitalities übrig gebliebenes Essen und Getränke für die Streckenmitarbeiter hinterließen. Als man nach einem Jahr wiederkam, haben alle ihre Dinge aus dem Vorjahr wiedergefunden. Manches ist einem förmlich aus dem Kühlschrank entgegengekrochen. Dort ist außer der Formel 1 nie etwas gefahren und die geplante Stadt um die Strecke wurde nie gebaut.“
  • Bahrain: „Bei einem Probelauf mit rund 700 Helfern waren plötzlich einige Posten unbesetzt, weil alle Zugeteilten gleichzeitig zum Gebet waren. Auch wurde die Dienst-Einteilung nicht eingehalten, weil viele lieber an einem Posten mit Freunden oder Bekannten gestanden sind.“
  • Miami: „Sie wollten den VIP-Bereich komplett selber organisieren, aber dann ging es dort drunter und drüber. Im nächsten Jahr haben sie dann doch wie üblich bei Do & Co angerufen.“
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