Rund um Enns und Talbach bleibt es spannend. Die Kraftwerkspläne sind längst nicht vom Tisch – doch die Gegner geben nicht auf und bringen nun einen neuen Hebel ins Spiel.
Neue Hoffnung für Enns und Talbach: Beide steirischen Flussjuwele sollen es doch noch in den österreichischen Wiederherstellungsplan schaffen. Dafür setzt sich die Bürgerinitiative „Wilde Wasser“ ein. Nachdem ihre Forderung im ersten Anlauf nicht berücksichtigt wurde, hofft sie nun auf die zweite öffentliche Konsultation – Grund sind geänderte Kriterien aus Brüssel.
Frist endet am 15. Oktober
„Bis 15. Oktober können NGOs, Gemeinden und Bürger Stellung nehmen. Die Rückmeldungen fließen in die weitere Überarbeitung ein“, hofft Obmann Franz Zefferer auf breite Unterstützung. Denn: „Werden Gewässer als Potenzialstrecken in den EU-Plan aufgenommen, schafft das eine Grundlage dafür, später konkrete Renaturierungsmaßnahmen zu prüfen.“
Angesichts austrocknender Flüsse geht es bei vielen Projekten wohl eher um Förderprofit als um grünen Strom.

Initiativen-Obmann Franz Zefferer
Bild: Franz Zefferer
In der Region sind bekanntlich mehrere neue Kraftwerke geplant. Die Initiative will diese Projekte verhindern und zugleich erreichen, dass die noch frei fließenden bzw. ökologisch wertvollen Abschnitte geschützt und renaturiert werden. Auf die angekündigte Ausweisung der Talbachklamm als Naturdenkmal will man sich nämlich nicht verlassen: „Die Projektwerber und ein Grundstücksbesitzer haben gegen die Entscheidung Einspruch erhoben. Nun ist das Verwaltungsgericht in Graz am Zug“, sagt Zefferer.
Unser Modernisierungsprojekt sieht vor, die Stromerzeugung zu steigern – nicht indem wir die Wassermenge erhöhen, sondern indem wir die Fallhöhe vergrößern.

Verbund-Sprecher Robert Zechner
Bild: Verbund
„Ausbau erneuerbarer Energien wichtig“
Tatsächlich hält der Verbund nach wie vor an seinen Plänen fest. „Für das bestehende, mehr als 100 Jahre alte Wasserkraftwerk am Talbach haben wir ein zeitgemäßes Modernisierungsprojekt entwickelt“, sagt Sprecher Robert Zechner. „Zunächst aber gilt es, eine rechtskräftige Entscheidung im anhängigen Widerstreitverfahren abzuwarten.“
Den Vorwurf der Gegner, man wolle angesichts austrocknender Flüsse ohnehin nur Förderungen abschöpfen, weist Zechner zurück: „Gerade dieser Sommer hat gezeigt, wie wichtig der Ausbau der erneuerbaren Energien ist.“ Im konkreten Fall soll die Stromerzeugung nicht durch die Erhöhung der Wassermenge, sondern durch eine Maximierung der Fallhöhe gesteigert werden.
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