Oh Bio mio!

„Obelix“-Ultimatum: „Nach Vorschrift abgehandelt“

Salzburg
12.09.2026 07:00

Wegen strenger EU-Vorgaben wäre ein oberösterreichischer Ochs fast auf der Schlachtbank gelandet. Erst in letzter Sekunde kam „Obelix“ am Salzburger Gnadenhof Gut Aiderbichl unter. Jetzt rechtfertigen sich die Behörden und betonen: „Die Vorschriften sind einfach rigoros ...“

Vom idyllischen Bauernhof direkt auf die Schlachtbank – dieses Schicksal hatte Ochs „Obelix“ gedroht. Die Bio-Behörde hatte seinen Besitzern ein Ultimatum gestellt, im letzten Moment kam das schottische Hochlandrind am Tier-Gnadenhof Gut Aiderbichl in Henndorf unter.

Die „Krone“ berichtete: „Obelix“ lebte knapp zwei Jahre auf einem oberösterreichischen Bio-Bauernhof. Ende Juli gab es seitens der Behörden eine routinemäßige Überprüfung des Betriebs. Die Bio-Kontrolleure stellten fest: Binnen eines Monats müsse „Obelix“ vom Hof verschwinden! Sonst müsste das Tier eben zum Schlachthof gebracht werden.

Warum? „Unser Ochse stammt aus einem konventionellen Betrieb und ist kein Zuchtstier“, sagt die betroffene Landwirtin Laura Sengthaler. Dies verstoße gegen die strengen heimischen Bio-Bestimmungen.

Laura Sengthaler und Thomas Gruber mussten ihren Ochsen schweren Herzens hergeben.
Laura Sengthaler und Thomas Gruber mussten ihren Ochsen schweren Herzens hergeben.(Bild: zVg)

Die Kontrollbehörde verteidigt das Vorgehen nun auf Anfrage der „Krone“. Für sämtliche Bio-Betriebe würden besonders strenge Regeln seitens der Europäischen Union gelten. Man habe den Fall daher „nach Vorschrift abgehandelt“. Ausnahmen gebe es in der Tat nur für Zuchttiere – nicht aber für Rinder, die etwa für die Mast bestimmt seien. Die Verordnung sei hier „rigoros“.

Zitat Icon

Für Bio-Betriebe gibt es besonders strenge Regeln. Die Verordnung ist rigoros, es gibt kaum Ausnahmen.

Die Bio-Kontrollstelle auf „Krone“-Anfrage

Trotz aller strengen Regeln gab es – wie berichtet – ein glückliches Ende für Ochs „Obelix“: Das Rind hat seit einigen Tagen am Gnadenhof Gut Aiderbichl ein neues Zuhause gefunden. Sehr zur Freude seiner früheren Besitzer: „Wunderbar, dass sich das so ergeben hat. Der Abschied ist uns trotzdem sehr schwer gefallen, wir haben geweint.“

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