Das Bundesheer baut die Luftabwehr in der Schwarzenbergkaserne in den kommenden Jahren massiv aus. Mit neuer Technik will man sich am Salzburger Standort in Wals-Siezenheim gegen moderne Bedrohungen wappnen.
Nach der Beschaffung neuer Kampfjets und Hubschrauber wird das österreichische Bundesheer nun auch im Bereich der bodengebundenen Luftabwehr und Drohnenabwehr aufgerüstet. Salzburg wird dabei zum Zentrum der elektronischen Drohnenabwehr und Standort für das europäische Luftabwehrprojekt Sky Shield. Alleine in Salzburg werden rund 2,5 Milliarden Euro investiert, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am Freitag.
„Es ist wichtig, dass wir die Luftraumüberwachung zur Luftverteidigung ausbauen“, sagte die Ministerin. Der militärische „Aufbauplan 2032+“ beinhaltet daher neben der klassischen Fliegerabwehr auch die Fähigkeit, Drohnen aller Größenkategorien abwehren zu können.
Aktuell erfolgt die Drohnenabwehr mit dem System ELDRO („Elektronische Drohnenabwehr“), das zum Schutz von Veranstaltungen der EU-Ratspräsidentschaft 2018 angeschafft wurde und in der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim direkt am Stadtrand Salzburgs stationiert ist.
Erste Maßnahme des Ausbaus ist die Verlängerung der Nutzungsdauer der 35-Millimeter-Fliegerabwehrkanonen. Die vorhandenen Systeme werden laut Tanner zu einem der modernsten kanonenbasierten Drohnen-bzw. Flugabwehrsysteme weltweit entwickelt. Im ersten Quartal 2028 soll dieses Vorhaben abgeschlossen sein.
Nächster Schritt sei die Anschaffung des Systems „Skyranger“ mit insgesamt 36 Gefechtsfahrzeugen. Das System verfügt über Munition mit einer Reichweite von zweieinhalb Kilometern und ist zusätzlich mit der Fliegerabwehrlenkwaffe MISTRAL3 (Reichweite sechs Kilometer) ausgerüstet. Drei Einheiten davon sind für die Drohnenabwehr in Salzburg vorgesehen.
Salzburg wird Standort für Sky Shield
Außerdem werden in der Schwarzenbergkaserne Kurzstrecken-Systeme mit einer Reichweite von bis zu 15 Kilometern und Systeme der mittleren Reichweite von bis zu 50 Kilometern stationiert, um den Standort in „Sky Shield“ zu integrieren und künftig den Luftraum vollumfänglich zu sichern. Die volle Einsatzbereitschaft soll mit 2032 abgeschlossen werden.
Tanner betonte heute erneut, dass die Beteiligung an Sky Shield im Einklang mit der Neutralität Österreichs stehe, diese Neutralität müsse aber auch verteidigt werden können. Die Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) hob die Bedeutung Salzburgs im Bereich der Luftstreitkräfte hervor.
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