Mit einem Luftdruckgewehr geladen mit einem Eisengeschoss zielte ein 15-Jähriger aus einem Gemeindebaufenster in Wien-Favoriten. „Ich wollte in die Luft schießen“, erklärt der Bursche im Wiener Landl. Verletzt wurde aber ein Mädchen in einer Sandkiste im Innenhof. Und das angeblich wegen einer weißen Katze namens „Fluffy“.
Das Mädchen hat die Narbe noch immer am rechten Unterarm – und das wahrscheinlich noch eine lange Zeit. „Wir waren mehrere Kinder im Sandkasten und haben geredet. Dann haben wir einen Knaller gehört. Dann habe ich einen Schmerz gespürt und Blut gesehen“, erinnert sich die Schülerin. „Ich hab‘ geglaubt, es hat mich etwas gebissen.“ Aber es hatte sie ein Eisengeschoss in den Arm getroffen ...
Möchtegern-Scharfschütze kam „dumme Idee“
An einem Fenster im Gemeindebau in Wien-Favoriten stand am 1. August ein 15-Jähriger mit einem Luftdruckgewehr und hatte abgedrückt. „Er hatte die dumme Idee sich als Scharfschütze zu versuchen“, sagt der Staatsanwalt mit Blick auf den Burschen. Der stottert: „Mir war langweilig.“ Bis er die täuschend echte Waffe im Wohnzimmer seines Bruders entdeckte. Und als der gerade kurz auf die Toilette verschwand: „Mir ist die Idee gekommen, einmal in die Luft zu schießen.“
Er meint, eine weiße Katze namens „Fluffy“ sei aufs Fensterbrett gesprungen und er habe sich erschreckt.
Der Staatsanwalt nimmt dem 15-Jährigen seine Verantwortung nicht ab.
Dass das, was danach passierte, ein Unfall gewesen sei, nimmt der Staatsanwalt dem jungen Russen nicht ab. „Er meint, eine weiße Katze namens ,Fluffy‘ sei aufs Fensterbrett gesprungen und er habe sich erschreckt.“ So habe sich der Schuss unabsichtlich gelöst. „Das ist ungefähr genauso realistisch, wie, dass er den achtfach Lottojackpot am Sonntag knackt.“
Mit Luftdruckgewehr im Gerichtssaal
Auch im Wiener Landl hält der 15-Jähriger an der Version fest: „Als ich die Katze runter gegeben hab, hat sich der Schuss gelöst.“ Das zeigt er mit dem Luftdruckgewehr, das von der Polizei sichergestellt wurde, auch im Gerichtssaal vor. Gehalten habe er es nur noch mit einer Hand und einem Finger am Abzug. „Ich dachte nicht, dass die Waffe so leicht auslösen würde.“ Aber das hat sie: Das Projektil musste sogar im Krankenhaus aus dem Arm des Mädchens entfernt werden. „Jetzt spüre ich immer noch manchmal was.“
Wegen versuchter schwerer Körperverletzung wird der Bursche zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt. Der Schülerin muss er 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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