Eine neu errichtete Fußgängerzone im Wiener Bezirk Alsergrund lässt die Wogen hochgehen: Immer wieder durchfahren Pkw-Lenker den gerade einmal etwa 30 Meter langen Straßenabschnitt. Die Ausreden für das Missachten der Straßenverkehrsordnung werden dabei immer kurioser: „Ich muss zum Bundeskanzler“, brüllte etwa zuletzt ein Verkehrssünder.
Kurz zur Vorgeschichte: Ab Ende Mai wurde die Bleichergasse zwischen der Fluchtgasse und der Nußdorferstraße zur Fußgängerzone umgestaltet. Das Projekt war zuvor von Bürgern selbst beim Alsergrunder Klimateam vorgeschlagen und für gut befunden worden.
Naturgemäß gab es aber auch Gegner: Einige Anrainer befürchteten durch den Umbau noch mehr Staus im Grätzl und beschwerten sich zudem über den Wegfall einiger Parkplätze. Der Protest gegen das 313.000-Euro-Projekt blieb jedoch ohne Erfolg – die Fußgängerzone wurde umgesetzt.
Ärger für Gegner und Befürworter
Seither ärgern sich jedoch nicht nur die Gegner des sogenannten neu erschaffenen Grünen Tors am Alsergrund – sondern auch die Befürworter! Tagtäglich würden mehrere Pkw-Lenker den deutlich als Fußgängerzone beschilderten Straßenabschnitt widerrechtlich passieren. Von Verkehrsberuhigung kann also keine Rede sein, die Stimmung in der Bleichergasse wird immer aufgeheizter!
Wie auf einem Video festgehalten, kam es erst kürzlich zur Auseinandersetzung zwischen einer Anrainerin und einem Pkw-Lenker. Die Frau versperrte dem Wagen die illegale Durchfahrt, der Lenker argumentierte harsch: „Ich muss zum Bundeskanzler!“ Als die Anrainerin die Polizei rief, setzte der Lenker dann doch zurück – und untermalte seinen Unmut mit einer entsprechenden Geste.
An der betreffenden Stelle wird ein Poller errichtet. Damit soll künftig verhindert werden, dass Fahrzeuge in die Bleichergasse einfahren können.
Bezirksvorsteherin Saya Ahmad
Der Bezirksvorstehung sowie der Polizei ist das Problem bekannt, die Fußgängerzone wurde zuletzt verstärkt kontrolliert. Bezirksvorsteherin Saya Ahmad setzt unter die Diskussion nun kurzerhand einen Punkt: „Demnächst wird ein Poller errichtet.“
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