Nach Serie von Raub- und Gewaltdelikten in Heiligenstadt: In der Nacht auf Freitag schwärmte die Polizei in Döbling aus. Im Visier: Brutale Jugendbanden und Verkehrssünder. Und sie wurden fündig. Fünf Festnahmen und Dutzende Anzeigen!
Vandalismus, Randale und Gewalt – und die Täter werden immer jünger. Bei einer Schwerpunktaktion am Bahnhof Heiligenstadt machte sich Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) persönlich einen Eindruck von der Polizeiarbeit gegen kriminelle Jugenbanden. Für den Minister ist Jugendkriminalität das große „Sorgenkind“. Seine Botschaft ist eindeutig: „Schluss damit. Da gibt es Null Toleranz!“
Über 30 Polizisten waren bei der Aktion in der Nacht im Einsatz, darunter die Diensthundestaffel und eine eigens eingerichtete Einsatzgruppe gegen Jugendkriminalität.
Das Hauptaugenmerk der Einsatzgruppe liegt auf minderjährigen Intensivtätern. Viele von ihnen sind noch nicht strafmündig. Alleine in Wien wurden 2025 über 5.200 Jugendliche unter 14 Jahren festgenommen.
Absenkung des Strafalters
Innenminister Karner und Döblings Bezirksvorsteher Daniel Resch sprechen sich daher für die Senkung des Strafalters auf zwölf Jahre aus. „Wir müssen alles tun, um Jugendkriminalität zurückzudrängen. Wie man es nennt, ist egal. Entscheidend ist, dass es auch für zwölf und 13-jährige Konsequenzen gibt“, erklärt Karner.
Schwerpunktaktionen zeigen Wirkung
Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan verweist auf die Erfolge der Polizei: Bei hunderten Schwerpunktaktionen seit 2024 in ganz Österreich wurden mehr als 100.000 Personen kontrolliert. 1.600 Personen wurden dabei fesgenommen, 1.400 in Wien. Mehr als 200 davon waren noch minderjährig.
In Döbling wurden 12 syrische, afghanische und österreichische Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren ausgeforscht und angezeigt. Ihnen wurden insgesamt 20 Raubdelikte, gefährliche Drohungen, Körperverletzungen und Verstöße gegen das Waffengesetz nachgewiesen. Einige von ihnen mussten auch Haftstrafen verbüßen. Bezirksvorsteher Resch zeigt sich erleichtert: „Das Engagement für die Sicherheit der Döblinger hat sich ausgezahlt. Eins ist sicher: Döbling ist und bleibt ein sicherer Bezirk.“
In den vergangenen drei Monaten sei die polizeiliche Anzeigenstatistik leicht zurück gegangen. „Die Maßnahmen wirken und sind erfolgsversprechend“, so der Landespolizeivizepräsident.
Vorsicht ist besser als Nachsicht
Csefan setzt zusätzlich auf Prävention. Gemeinsam mit der MA11 geht die Polizei aktiv auf Eltern zu, sobald ein Kind auf dem Weg zum Intensivtäter ist. Über 70 Prozent der Jugendlichen wurden dann nicht mehr straffällig. Es gibt aber auch andere Fälle. Manche Eltern hätten bereits resigniert und würden der Polizei sagen: „Bitte sperrt‘s ihn ein.“
Mehr Verkehrssünder als Jugendbanden
Die kriminellen Jugendlichen waren am Kontrolltag dann doch eher ein Nebenaspekt. Die Bilanz der Schwerpunktaktion: 85 Anzeigen im Verkehrsbereich, 112 Alkoholtests, 102 Ausweiskontrollen und fünf Festnahmen wegen Verstößen gegen das Fremdenrecht.
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