Nach der Eröffnung der Koralmbahn steht Klagenfurt vor entscheidenden Weichenstellungen. Bei der Wirtschaftskammer wurde von Bezirksstellenobmann Franz Ahm und VP-Stadtrat Julian Geier daher nun ein Entwicklungskonzept für die nächsten zehn Jahre präsentiert.
Die Zeit der dreijährigen Rezession hat auch an Klagenfurt genagt. „Die Leerstände sind zwar um ein Drittel gesunken, es gibt aber prominente Plätze“, sagt Wirtschafts-Stadtrat Julian Geier. „Vielleicht könnte bei einigen großen Komplexen wie dem Kika-Haus eine Umwidmung helfen.“ Zusammen mit Franz Ahm stellte Geier in der Wirtschaftskammer ein Stadtentwicklungskonzept für die nächsten zehn Jahre vor.
Zentraler Hebel ist die Innenstadt
„Dort, wo Unternehmen investieren können, wo Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden, wo Erreichbarkeit, Flächenangebot, Frequenz und Aufenthaltsqualität stimmen, dort entstehen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand“, sagt Ahm. Ein zentraler Hebel dafür sei die Innenstadt. „Mit 1150 Betrieben und 6000 Beschäftigten ist sie ein bedeutender Wirtschaftsraum, aber innerhalb des Rings leben nur noch 1300 Personen“, sagt Geier. Darum muss man den Kardinal- und Domplatz sowie das Bahnhofsviertel sanieren. „Rund um den Bahnhof könnten größere Häuser errichtet werden, so würde das ,Manhattan’ von Klagenfurt entstehen“, sagt Geier.
Bei der Planung der Koralmbahn war einst auch eine Straßenbahn mit Elektro-Antrieb angedacht. „Vielleicht kann man so etwas nun umsetzen. Es wäre gut für die Attraktivität, würde den Transport vom Bahnhof in die Innenstadt und zum Wörthersee enorm verschönern“, sagt Ahm.
Keine neuen Einkaufszentren mehr
Aus Sicht der Wirtschaft braucht es klare Rahmenbedingungen im Stadtentwicklungskonzept. Dazu zählen insbesondere ein Stopp weiterer Widmungen für Einkaufszentren sowie keine zusätzlichen großflächigen Handelsflächen außerhalb der Innenstadt. Ahm sieht hier dringenden Handlungsbedarf und warnt: „Fehlentwicklungen in der Stadtentwicklung haben unmittelbare wirtschaftliche Folgen: für bestehende Betriebe, für Investitionen, für die Innenstadt, für den Tourismus, für die Beschäftigung und für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts insgesamt.“ Ziel müsse es daher sein, die vorhandenen Strukturen zu stärken, statt zusätzliche Konkurrenzstandorte zu schaffen. Geier ergänzt: „So ein Fehler wie mit der Völkermarkter Straße darf nicht noch einmal passieren.“
Studentenwohnungen auf den Rohrer-Gründen?
Studentenwohnungen müssen zudem gebaut werden. Warum nicht auf den Rohrer-Gründen bei Minimundus? Da könnte man zahlreiche hinbauen. Die Gründe gehören der Stadt. Die Wirtschaft müsse von der Forschung im Lakeside-Park und dem Ausbau der Universität profitieren. „Die Koralmbahn ist vom Zeitfaktor her eine historische Chance“, so Geier. Zugleich müsse man auch die Ortskerne von Viktring und Waidmannsdorf dementsprechend stärken. „Dort wohnen viele Leute, ist eine gute Infrastruktur wichtig.“
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