Rekordsommer 2026

August auch global wärmster Monat seit Messbeginn

Wissen
10.09.2026 06:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Rekordsommer 2026 hat auch in der globalen Betrachtung neue Maßstäbe gesetzt. Der vergangene Monat ist der weltweit wärmste August seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Mit einer globalen durchschnittlichen Lufttemperatur von 16,96 Grad Celsius war er zudem der wärmste jemals gemessene Monat – gleichauf mit dem Juli 2023, wie der Klimawandel-Dienst des EU-Programms Copernicus in Bonn mitteilte. 

Die Weltmeere erreichten im vergangenen Monat zudem mit einer Meeresoberflächentemperatur von 21,07 Grad (Monatsschnitt) einen Wärmerekord. 

Damit wurde der bisherige Höchstwert für August von 20,98 Grad aus dem Jahr 2023 übertroffen. Die Messwerte beziehen sich auf die Meere außerhalb der Polarregionen. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur war gleichauf mit der vom März 2024 die höchste aller betrachteten Kalendermonate.

Heißester Sommer für Westeuropa
Ursache für die Rekordtemperaturen sind laut Copernicus die globale Erwärmung infolge der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie die rasch steigenden Meeresoberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik, die mit einer starken El-Niño-Lage zusammenhängen. El Niño ist ein alle paar Jahre natürlich vorkommendes Klimaphänomen, das auch die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen erhöht.

Das Balkendiagramm zeigt die Abweichungen der Sommer­temperaturen in Westeuropa von Juni bis August im Vergleich zum Durchschnitt 1991 bis 2020. Seit den 2000er-Jahren sind die Werte überwiegend über dem Schnitt. Der Sommer 2003 weist eine Abweichung von +1,98 Grad Celsius auf. Für den Sommer 2026 wurde eine Abweichung von +2,54 Grad Celsius gemessen. Quelle: Copernicus.

Weltweit war dieser Sommer (Juni, Juli und August) genauso heiß wie der Sommer 2024, der bisherige Rekordhalter. Für Europa war es der drittwärmste Sommer, hinter 2024 und 2022. Westeuropa erlebte den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen.

„Bemerkenswerter Monat in der globalen Klimageschichte“
„Der August 2026 war ein bemerkenswerter Monat in der globalen Klimageschichte“, sagte Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus. „Er war sowohl der wärmste August als auch der wärmste jemals aufgezeichnete Monat; die globalen Temperaturen lagen 1,65 Grad über dem vorindustriellen Niveau.“ Zu sehen sei, wie der Klimawandel sowohl in der Atmosphäre als auch in den Ozeanen extreme Entwicklungen vorantreibe. „Die Auswirkungen dieser Bedingungen sind für Gesellschaften, Volkswirtschaften und Ökosysteme überall auf der Welt zunehmend spürbar“, sagte Burgess.

Für Westeuropa wurde in diesem Sommer der bisherige Hitzerekord aus dem Jahr 2003 übertroffen. Die außergewöhnliche Serie extremer Hitze hatte regional bereits im Mai begonnen, auch im vergangenen Monat kam es zu weiteren Hitzewellen. In der Umgebung Europas erreichten die Meeresoberflächentemperaturen im August entlang der Atlantikküste und im westlichen Mittelmeer Rekordwerte.

Die Dürre im Sommer 2026 setzte den Gewässern massiv zu.
Die Dürre im Sommer 2026 setzte den Gewässern massiv zu.(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Schwere Dürrebedingungen, niedrige Wasserstände
Laut Copernicus waren im August weiterhin große Teile von Westeuropa sowie einige Gebiete in Mittel- und Osteuropa von verbreiteter Trockenheit betroffen – es gab auch zahlreiche große Waldbrände. Schwere Dürrebedingungen seien aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Ungarn, Rumänien und Serbien gemeldet worden. Die Wasserstände der großen europäischen Flüsse in den trockenen Regionen waren der Auswertung zufolge außergewöhnlich niedrig, etwa an Rhein und Donau.

  Dagegen war es im Westen der Iberischen Halbinsel, im Süden Griechenlands, in der Südtürkei, auf Zypern sowie in Nordosteuropa in diesem Sommer feuchter als der Durchschnitt, so der EU-Klimadienst. Speziell im August war es zudem im Alpenraum und in der Osttürkei feuchter. In mehreren Gebieten führten demnach im letzten Monat starke Niederschläge zu lokalen Überschwemmungen.

Der Klimawandel-Dienst veröffentlicht regelmäßig Daten etwa zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse beruhen auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfließen. Die genutzten Daten für die globale durchschnittliche Lufttemperatur gehen zurück bis ins Jahr 1940, teilweise sind auch frühere Daten verfügbar.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung