Ausmaß bemerkenswert

Pisa-Studie: Wieso Kompetenz von Schülern sinkt

Österreich
08.09.2026 14:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei der jüngsten PISA-Studie sind die Leistungen der Schüler vor allem in Lesen und Mathematik OECD-weit stark zurückgegangen. Händeringend wird nun nach den möglichen Gründen gesucht.

Das Ausmaß der Verschlechterung ist bemerkenswert. Zwischen den in Intervallen von drei Jahren durchgeführten PISA-Studien waren bis 2018 OECD-weit Kompetenzzuwächse oder -rückgänge in Lesen oder Mathematik von höchstens vier bis fünf Punkten üblich. Zwischen 2018 und 2022 (der Test wurde damals aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben, Anm.) stieg das Ausmaß des Rückgangs dagegen auf zehn bis 15 Punkte an. Bei PISA 2025 setzte sich dies in einem ähnlichen Tempo fort.

In Österreich war dies in einem in etwa vergleichbaren Ausmaß der Fall. Eine eindeutige Erklärung findet die OECD in ihrem Bericht dafür nicht. Vielmehr wird ein Zusammenspiel von langfristigen strukturellen Trends dafür verantwortlich gemacht – von kürzeren Aufmerksamkeitsspannen über veränderte Mediennutzung bis zu sozialen Gründen.

„Zusammenspiel von langfristigen strukturellen Trends“
„Befunde der OECD legen dabei den Schluss nahe, dass hinter diesem Kompetenzrückgang kein einzelnes einschneidendes Ereignis steht, sondern er vielmehr durch ein Zusammenspiel von langfristigen strukturellen Trends erklärt werden kann“, schreibt auch das Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen (IQS), das in Österreich die PISA-Studie abwickelt.

Angeführt wird etwa die „Beobachtung“, dass vor allem jene PISA-Aufgaben Schwierigkeiten machen, die mehr „Durchhaltevermögen“ verlangen – also etwa mit längeren Textpassagen verbunden sind. Dazu kämen veränderte Lesegewohnheiten, eine stärkere Nutzung digitaler Medien sowie „langfristige Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die den sozialen Kontext nachhaltig verändert haben“.

KI-Einsatz wird differenziert gesehen
Konkret kommt die OECD zum Schluss, dass „Künstliche Intelligenz und digitale Tools mit Bedacht, für klar definierte Zwecke und in moderatem Umfang eingesetzt werden sollten“. So hätten etwa jene Schüler in der Regel schlechter abgeschnitten, wenn digitale Geräte übermäßig oder zum Zeitvertreib in der Schule genutzt wurden.

Keine eindeutigen Antworten gibt es in Sachen der Auswirkungen des KI-Einsatzes – auch hier muss offenbar differenziert werden, wie dieses Tool verwendet wird. Jugendliche, die eigenen Angaben zufolge keine KI verwendeten, um einen Text für Hausaufgaben zu entwerfen, schnitten etwa besser ab als Gleichaltrige, die dies taten. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass jene, die KI zwar regelmäßig, aber nicht allzu häufig für allgemeine Zwecke nutzten (also nicht, um sich etwa eine Hausübung damit schreiben zu lassen), ähnliche Ergebnisse erzielten wie jene, die sie nicht nutzten. Wer KI regelmäßig für solche nicht-spezifische Aufgaben nutzte sowie in der Schule die Möglichkeit hatte, KI-Skills zu entwickeln, schnitt sogar besser ab – diese Chance haben wiederum im Regelfall aber nur Jugendliche aus sozioökonomisch vorteilhaften Verhältnissen.

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