Es war ein monatelanger Streit, der in einer einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses endete: Die Rede ist von Markus Hinterhäuser und seinem Arbeitgeber, den Festspielen. Jetzt wurde er für sein Werk geehrt. Und übte versteckt Kritik. Denn ihm drohte wohl der Anwalt...
„Ich darf nicht zu viel sagen!“ Es sind nur sechs Worte bei einer Festrede, aber der Hintergrund ist abendfüllend. Worum geht’s? Markus Hinterhäuser, der geschasste Salzburger Festspielintendant, wurde am Dienstag bei der Verleihung des Österreichischen Musiktheaterpreises in Wien, mit dem Großen Preis der Jury für sein Schaffen als Pianist, Festivalleiter und Kulturmanager geehrt. Obwohl sein Abgang aus Salzburg, nach viel Streit zwischen Politik und dem Intendanten, wenig Ruhmreiches zu bieten hatte.
Die Kunst ist so viel größer als der Kleingeist der Politik.

Markus Hinterhäuser, Ex-Intendant
Bild: Franz Neumayr
Konsequenzen bei Verstößen gegen Maulkorb
In seiner Rede wollte Hinterhäuser scheinbar wieder ein schlechtes Wort an Salzburgs Politik lassen. Er beließ es aber bei den sechs Wörtern „Ich darf nicht zu viel sagen!“. Denn schließlich haben Hinterhäuser und der Festspielfonds bei der einvernehmlichen Trennung Stillschweigen vereinbart. Wie der Ex-Festivalchef andeutet, habe er bereits einmal dagegen verstoßen. Es sei ein Brief vom Anwalt aus dem Büro der Landeshauptfrau zu ihm geflattert.
Die „Krone“ hat bei der Landeshauptfrau nachgefragt. Laut Karoline Edtstadler habe es einen Briefwechsel der Anwälte des Festspielfonds und Hinterhäusers zur Verschwiegenheitsklausel gegeben. Details werden keine genannt.
„Wir halten uns an die Verschwiegenheitsklausel. Ich werde dazu nichts sagen.“

Karoline Edtstadler, Landeshauptfrau
Bild: Christof Birbaumer
Ein Verstoß gegen eine Stillschweigens-Vereinbarung kann Klagen und Geldbußen nachziehen. Derartige Konsequenzen dürften Hinterhäuser mutmaßlich nach verbalen Seitenhieben bei einem Charity-Event im August angedroht worden sein. Im Schloss Fuschl ließ sich Hinterhäuser zur indirekten Kritik Landeschefin Edtstadler hinreißen.
Am Dienstag in Wien gab er sich pragmatischer: „Die Kunst ist so viel größer als der Kleingeist der Politik.“ Die Befähigung des politischen Personals zur Übernahme von Verantwortung, welche dieses vermeine, tragen zu können, sollte vorab überprüft werden. Langfristig werde politisches Personal aber vergessen sein, die Salzburger Festspiele jedoch werde es weiterhin geben.
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