In Florida gefasst

Priester erleichtert Kirchen und Mama um 750.000 $

Ausland
09.09.2026 10:27

„Du sollst nicht stehlen und deine Eltern ehren“ steht in den zehn Geboten geschrieben. Ein Priester aus Pennsylvania nahm es mit Gottes Wort nicht so genau. Gregory Madeya wird vorgeworfen, über 750.000 Dollar (rund 644.000 Euro) von gleich drei Kirchen und von seiner eigenen Mutter gestohlen zu haben.

Der 69-Jährige war als Priester an mehreren ukrainisch-katholischen Gemeinden im Raum Pittsburgh tätig und wurde am 14. August in Florida festgenommen. Die Ermittlungen gegen ihn reichen bis ins Jahr 2018 zurück. Besonders perfide: Zu seinen mutmaßlichen Opfern soll auch seine eigene Mutter gehört haben. Madeya war ihre Vollmachtsperson, weil sie aufgrund ihres hohen Alters ihre finanziellen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln konnte. Nach Angaben der Ermittler zweigte er mehr als 230 000 Dollar von ihren Anlagekonten ab. Infolge der fehlenden Zahlungen soll die betagte Frau sogar aus mehreren Pflegeeinrichtungen verwiesen worden sein.

Hier ist ein Bild der Festnahme des Pfarrers zu sehen: 

Auch bei den ihm unterstellten Kirchen soll Madeya kräftig zugelangt haben. Die Behörden werfen ihm vor, rund 320.000 Dollar von mehreren kirchlichen Einrichtungen, Gläubigen und Unterstützern veruntreut zu haben. Dabei sollen unter anderem Kirchenkollekten, Spenden, Einnahmen aus Spendenaktionen, Mieten und kirchliche Gebühren verschwunden sein, die nie auf den entsprechenden Konten landeten.

Priester wollte auch goldenen Kelch verscherbeln
Außerdem soll der ehemalige Priester versucht haben, einen goldenen Kelch im Wert von 19.440 Dollar zu verkaufen. Ein Juwelier berichtete den Ermittlern, Madeya habe sich an ihn gewandt und ihm den Kelch zum Verkauf angeboten. Madeya habe zudem einen Ford Mustang Baujahr 2018 für 35 433,58 Dollar in bar gekauft und den Sportwagen anschließend einem Mann überlassen, der mit ihm zusammenlebte. Hinzu kommen erhebliche Steuerschulden: Der ehemalige Kirchenmann soll 248.663,43 Dollar an Steuern nicht bezahlt haben.

„Es ist unfassbar, einen vermeintlichen Mann Gottes zu sehen, der nicht nur die seine eigenen Kirchen ausbeutet, sondern auch seine eigene Mutter“, erklärte Pennsylvanias Generalstaatsanwalt Dave Sunday. Madeya habe das Vertrauen der Menschen in seinem Umfeld missbraucht und sie mit enormen finanziellen Verlusten zurückgelassen.

Madeya muss sich unter anderem wegen Diebstahls, Veruntreuung von Geldern, finanzieller Ausbeutung eines älteren beziehungsweise betreuungsbedürftigen Menschen und Betrugs mit Zahlungsmitteln vor Gericht verantworten. Er sitzt zurzeit noch in Untersuchungshaft, weil er die angesetzte Kaution in Höhe von 25.000 Dollar bisher nicht hinterlegen konnte.

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