Dauerläuten statt „Stille Nacht“ gibt es derzeit in Oberndorf in Salzburg. Die Tests auf der neu renovierten Lokalbahnstrecke finden ausgerechnet zwischen 21 Uhr und 1 Uhr statt. Die Stadtgemeinde legte bereits Einspruch gegen das Gebimmel ein – bislang ohne Erfolg.
„Immer wenn ich beim Einschlafen war, hat es angefangen zu läuten“, sagt die zwölfjährige Laura aus Oberndorf verzweifelt. Der Grund: Bei einem Bahnübergang der Lokalbahn bimmelt es des Nachts.
Bereits im Vorfeld hat die Stadtgemeinde gegen das installierte Läutewerk Beschwerde eingelegt. Es dürfte also bis zum Gerichtsbeschluss gar nicht läuten. Eine Ausnahme bilden die Testfahrten vor Ende der Lokalbahnbaustelle am 13. September. Die finden ausgerechnet von 21 Uhr bis 1 Uhr nachts statt.
Wenn das immer läutet, wäre es eine Katastrophe. Ich habe zwei Nächte nicht geschlafen und bin jetzt selbst zum Bürgermeister gegangen.

Laura Lachout (12) kann nicht schlafen.
Bild: zVg
„Laura hat erst um 0.30 Uhr schlafen können. Es hat oft geläutet“, erzählt ihre Mama Katrin Lachout. „Man hört das durch die geschlossenen Fenster. Und wir sind nicht die Einzigen, denen es so geht.“ Das Gebiet rund um die Haltestelle Oberndorf-Laufen ist dicht besiedelt, die nächsten Fenster gerade einmal 15 Meter davon entfernt.
Im Regelbetrieb würde die Glocke von 4.30 Uhr früh bis 2.30 Uhr nachts bis zu achtmal pro Stunde je eine Minute läuten. Um diese „Katastrophe“, wie Laura sagt, zu verhindern, spazierte sie zu Bürgermeister Georg Djundja (SPÖ). „Es nervt, dass ich nicht ordentlich schlafen kann.“
Der Stadtchef kennt das Problem: „Die Leute sind stinksauer. Ich bin mit der Lokalbahn im Austausch.“ Bisher blieben die Bemühungen allerdings ohne Erfolg.
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