Vergeltungsschläge

Iran greift Schiffe in Straße von Hormuz an

Außenpolitik
09.09.2026 08:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Lage in der Straße von Hormuz spitzt sich einmal mehr zu: Nachdem das US-Militär mehrere iranische Rohöltanker angegriffen hatte, reagierte die islamische Republik mit Vergeltungsschlägen. Man habe zwei US-Schiffe und acht Öltanker angegriffen, die versucht hätten, ein „verbotenes und unsicheres“ Gebiet in der Meerenge zu durchqueren, behaupteten die Revolutionsgarden.

In der Nacht auf Mittwoch eskalierte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran erneut. Aus Vergeltung wegen Raketenangriffen auf ein Kriegsschiff der US-Marine in den vergangenen zwei Tagen wurden iranische Rohöltanker ins Visier genommen. 

Iranische Tanker zerstört und versenkt
Bei den Attacken habe das US-Militär die Tanker „M/T Kaviz“, „M/T Charminar“, „M/T Horizon 1“ und den bereits sinkenden Tanker „M/T Riesco“ im Golf von Oman zerstört, teilte Centcom mit. Nahe der Insel Kharg sei zudem das Schiff „M/T Derya“ angegriffen worden, hieß es weiter. Die Tanker seien „Teil eines milliardenschweren Schattennetzwerks“ gewesen, durch das sich die Revolutionsgarden finanzierten.

Das US-Zentralkommando veröffentlichte Videos von den Angriffen auf iranische Öltanker: 

US-Stützpunkt in Jordanien angegriffen
Darauf reagierten die Revolutionsgarden wiederum mit Raketenangriffen auf zumindest einen US-Stützpunkt in Jordanien und Attacken auf Schiffe im Persischen Golf. Der Iran erklärte, man habe den US-Stützpunkt Al-Asrak getroffen und beträchtlichen Schaden angerichtet. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee des Landes 20 ballistische Raketen erfolgreich ab. 18 seien zerstört worden, zwei in entlegene Gebiete gestürzt.

Laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur Mehr waren Explosionen auf verschiedenen Teilen der Insel Kharg zu hören, darunter auch im Hafengebiet. Auch nahe der Hafenstadt Jask im Südosten des Irans an der Straße von Hormuz seien Explosionen zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim gab es auch mehrere Explosionen auf zwei US-Stützpunkten in Jordanien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die Straße von Hormuz hat sich im Verlauf des jüngsten Iran-Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Die USA wollen mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen den Iran unter Druck setzen. Zuletzt kam es immer wieder zu gegenseitigem Beschuss.

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