Nur bestimmte Züge

„Geister-Signalhorn“ bringt Anrainer um den Schlaf

Niederösterreich
03.09.2026 09:00

Anrainer in Bruck an der Leitha in Niederösterreich werden seit Wochen um den Schlaf gebracht. Immer wieder dröhnen Hupsignale vom Bahnhof in die Nacht. Die Ursache ist nicht ganz eindeutig, aber zumindest weiß man bei den ÖBB inzwischen, wo man suchen muss.

Erst gegen 4 Uhr morgens, dann wieder um 5.30 Uhr: Seit Juni tönt das ohrenbetäubende Hupsignal frühmorgens vom Bahnhof Bruck an der Leitha in die Umgebung. Für die Anrainer ist an Schlaf nicht mehr zu denken. „Das Signal war sogar lauter als mein Wecker und hat mich aus dem Schlaf gerissen“, schildert ein Betroffener. Besonders ärgerlich: Das Schrillen des Signalhorns kann rund eine Minute lang dauern. 

Eine bestimmte Zugbaureihe, die nachts am Bahnhof Bruck an der Leitha parkt, macht sich ...
Eine bestimmte Zugbaureihe, die nachts am Bahnhof Bruck an der Leitha parkt, macht sich akustisch selbstständig nachts.(Bild: Anna Kindlmann)

Geplagt vom nächtlichen Lärm, kursieren unter den Anrainern alle möglichen Gerüchte: „Jemand bricht nachts in die Züge ein, dann geht die Alarmanlage los!“, heißt es zum Beispiel. Oder: „Das soll ein Signal für Nachtarbeiter sein, dass sie den Schienenbereich verlassen sollen, weil ein Zug gleich durchfährt.“ 

Vom Bahnhof in Bruck an der Leitha verkehren viele Regionalzüge Richtung Wien und Umgebung.
Vom Bahnhof in Bruck an der Leitha verkehren viele Regionalzüge Richtung Wien und Umgebung.(Bild: ÖBB / Christian Zenger)

Technische Störung ist schuld, aber ...
Mit einem Arbeitsablauf habe das Ganze nichts zu tun, stellten jetzt die ÖBB klar. Vielmehr seien technische Störungen an den Zuggarnituren schuld. „Wir mussten feststellen, dass sich bei mehreren Triebwagen nachts das Signalhorn unbeabsichtigt einschaltet“, sagt ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf Nachfrage.

Die Störungen kämen nur bei Zügen einer Baureihe vor, die „Talent“ heißt. Diese werden nun akribisch untersucht – gelöst ist das Problem nämlich noch nicht.

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Die Fehlersuche gestaltet sich derzeit noch etwas komplex, da das Problem nicht durchgehend auftritt.

Christopher Seif, ÖBB Sprecher für Niederösterreich

„Wir entschuldigen uns für den Lärm“, betont Seif mit Verständnis für die verärgerten Anrainer. Die ÖBB arbeiteten mit Hochdruck an einer Lösung, damit die „Talente“ nicht erneut mitten in der Nacht ihr lautstarkes Können zeigen.

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