Beute um 200.000 Euro

Wohnungen ausgeräumt: Brüder aus Chile in Haft

Steiermark
08.09.2026 12:22

Ein chilenisches Brüderpaar und dessen Freund ging seit mindestens Mitte Februar in Österreich auf Diebestour – und wurde im März von Kriminalisten dingfest gemacht. Rund 200.000 Euro macht der Wert ihrer Beute aus. Nun sitzen die drei in U-Haft. Auch ein Goldhändler aus Salzburg arbeitete mit ihnen zusammen.

Schon seit einer Weile treiben chilenische Einbrechergruppierungen in Österreich ihr Unwesen. Einem Zufall, aber auch dem Spürsinn steirischer Ermittler ist es zu verdanken, dass einer Bande kürzlich das Handwerk gelegt werden konnte.

Die drei Männer – zwei Brüder (31, 33) und ein Freund, den sie in einem Lokal in Mailand kennenlernten – mieteten sich mit falschen Pässen ein Auto in Italien an, um damit nach Österreich zu reisen. Dort mieteten sie sich in Airbnb-Wohnungen ein. Praktisch, denn um das zu tun, benötigt man keinen Pass und der Kontakt zum Vermieter fällt auch weg. Insgesamt mieteten die Männer sechs Wohnungen, unter anderem in Graz, Klagenfurt und Salzburg an. Von dort aus reisten sie entweder per Auto, Zug oder Bus in die Gegenden ihrer Begierde. Sie hatten es aber nicht auf Häuser und Villen abgesehen, sondern bevorzugten Gebäude mit mehreren Erdgeschoßwohnungen bzw. Wohnungen im ersten Stock. 

„Dort erbeuteten sie Uhren, Schmuck, Bargeld und Taschen“, sagt ein Ermittler zur „Krone“. Die Ware schickten sie entweder per Postweg nach Chile oder verkauften sie sogar an einen Goldhändler in Salzburg. Interessantes Detail: Der Händler gab den Männern sogar ein Goldprüfset mit, um den Wert des erbeuteten Diebesguts zu eruieren. Er kaufte ihnen anschließend Ware ab, um mit dieser erneut Gewinn zu erzielen. Der Goldhändler selbst streitet die Taten zwar ab, wird von den anderen Tatverdächtigen aber belastet.

Ein Strafverfahren endete für den Mann aus Salzburg glimpflich – er kam sogar mit einer Diversion davon. Da er Edelmetall unter dem Marktwert verkauft haben soll, ohne die Identität zu prüfen und ohne Aufzeichnungen zu tätigen, dürfte er noch weitere gewerberechtliche Probleme bekommen.

Kurz vor Ausreise geschnappt
Geschnappt wurden die drei Tatverdächtigen per Zufall: Kurz vor der Ausreise nach Italien  – sie hatten mehr als genug Diebesgut beisammen – fielen sie einer Schwerpunktstreife im Grazer Stadtgebiet auf. Sie wurden observiert und beim Versuch, die Grenze zu überqueren, aufgehalten. Dementsprechendes Tatwerkzeug und Diebesgut wurden in ihrem Mietauto entdeckt. Die Staatsanwaltschaft Leoben ordnete ihre Festnahme an, seitdem befinden sie sich in Untersuchungshaft. Die Männer sind grundsätzlich geständig, ihnen konnten mindestens 19 Einbrüche in der Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und Salzburg nachgewiesen werden, der Wert der Beute beträgt rund 200.000 Euro. „Die Dunkelziffer dürfte aber höher sein“, meint ein Ermittler zur „Krone“. 

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