Seit mehreren Wochen

Mysteriöser Lärm um russische Botschaft in Wien

Wien
08.09.2026 09:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bereits seit mehreren Wochen sind Anrainer und Diplomaten im Wiener Botschaftsviertel im Bezirk Landstraße mit einem nicht ein- und zuordenbaren Lärm konfrontiert, der aus dem Umfeld der russischen Botschaft zu hören ist. Während das surrende Geräusch in der deutschen Botschaft als störend empfunden wird, wollen russische Diplomaten davon bislang nichts mitbekommen haben ...

Mittlerweile wurde jedoch laut österreichischem Außenministerium beim Magistrat Wien eine Beschwerde eingebracht. 

Das surrende Geräusch mit auffälliger Komponente um etwa 790 Hertz ist zwar in einem größeren Umfeld deutlich wahrnehmbar – am lautesten ist es im öffentlichen Raum aber an einem aktuellen diplomatischen Hotspot von Wien zu hören: auf der Straße zwischen der deutschen und der russischen Botschaft.

Sicherheitsrisiko? „So weit würde ich nicht gehen“
„Es gibt eine Geräuschentwicklung in der Reisnerstraße und das ist störend“, bestätigte Ende vergangener Woche eine deutsche Botschaftssprecherin. Das Geräusch klinge nach einem Generator, vielleicht sei das ein größerer Stromverbrauch, spekulierte sie. Auf die Frage nach einem etwaigen Sicherheitsrisiko sagte sie: „So weit würde ich jetzt nicht gehen.“

„Wir empfinden keinerlei Lärm“
Keine Wahrnehmungen zum Geräusch gibt es in der russischen Botschaft. „Wir können bestätigen, dass wir keinerlei Lärm empfinden und keine Beschwerden von der Nachbarschaft dazu bekommen haben“, beantworte das Botschaftsteam schriftlich eine Anfrage am Montag. Die Botschaft habe zudem keine Geräte, die einen solchen Lärm mit der genannten Frequenz verursachen könnten. Eventuell sei er auf Bauarbeiten zurückzuführen, die derzeit in der Nähe der Botschaft durchgeführt würden.

Die russische Botschaft in Wien-Landstraße
Die russische Botschaft in Wien-Landstraße(Bild: Klemens Groh)

Wenige Stunden nach der russischen Erklärung war das Störgeräusch nach APA-Beobachtungen weiterhin unverändert zu hören.

Eigenartige Dachkonstruktion als Indiz
Ohne dass sie dies belegen könnten, spekulierten Anrainer zuletzt, dass das Geräusch vom Areal der russischen Botschaft seinen Ausgang nehmen könnte. Ein mögliches Indiz: Jenes Gebäude der Botschaft, vor dem das Geräusch am lautesten zu hören ist, zeichnet sich durch eine eigenartige Dachkonstruktion aus, unter der vor einigen Jahren irgendetwas verdeckt und versteckt werden sollte. Aktenkundig ist jedenfalls ein Fall aus dem Jahr 2013. Damals habe es bei dieser Liegenschaft ein Problem gegeben, erklärte eine Sprecherin der Wiener Baupolizei auf Nachfrage. „Da war ein Klimagerät wohl sehr laut“, sagte sie.

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