Der österreichische Kabarettist Gerold Rudle (63) hat sich am Freitag für seine Aussage über „Gunkl“ entschuldigt. Er hatte seinen Kollegen Günther Paal zuvor als „liebenswert“, „reflektiert“ und „gescheit“ bezeichnet. Paal muss sich im Oktober wegen des sexuellen Missbrauchs eines Mädchens vor Gericht verantworten.
Rudle war am Donnerstag auf Radio Niederösterreich zu hören, wo er sein neues Buch vorstellte, in dem es ebenfalls um einen Kabarettisten geht. Bei dieser Gelegenheit sprach er über „Gunkl“. Er kenne diesen als „einen reflektierten, sehr liebenswerten, gescheiten Menschen“, meinte der 63-Jährige etwa. Was dieser getan habe, sei aber „natürlich unverzeihlich“.
Zugleich warnte der Kabarettist, der unter anderem auch aus Fernsehserien wie „MA 2412“ und „Kaisermühlen-Blues“ bekannt ist, aber vor Verurteilungen und richtete einen Appell an alle Männer. „In uns allen schlummert offenbar irgendwo ein Monster und wir müssen schauen, dass das weiter da unten schlummert“, sagte er weiter.
Diese Äußerungen sorgten erwartungsgemäß für Kritik. Zuhörerinnen und Zuhörer störte etwa, dass Rudle den Begriff „liebenswert“ für Paal benutzt hatte. Ebenfalls im Fokus stand die Aussage, dass „wir da alle weniger verurteilen sollten“.
Hier sehen Sie die Stellungnahme von Rudle, die er am Freitag veröffentlicht hat:
„Unangemessene Wortwahl“
Am Freitag veröffentlichte Rudle auf Instagram ein Statement. Seine Wortwahl sei „unangemessen“ gewesen, schrieb der Künstler. Das bedaure er zutiefst. Er habe sich spontan geäußert und kenne Paal als Kollegen bereits sehr lange. „Meine Meinung ist und war stets: Sexueller Missbrauch von Kindern ist durch nichts zu relativieren oder zu entschuldigen“, heißt es darin weiter. Er könne die Wirkung seiner Worte nicht mehr ungeschehen machen und übernehme die Verantwortung dafür.
Buchhandlung lädt Rudle aus
Rudle spürte jetzt auch eine erste berufliche Konsequenz. Eine Buchhandlung in Wien soll die Lesung aus seinem Buch „Kotzbrocken“ abgesagt haben.
Wie berichtet, wird Günther Paal vorgeworfen, ein damals dreijähriges Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Auch die Mutter und Großmutter des Kindes sollen involviert gewesen sein. Der Prozess wird am 22. Oktober in Wien stattfinden. Alle drei Beteiligten zeigen sich geständig. „Gunkl“, der auch Bild- und Videomaterial von sexuellem Kindesmissbrauch besaß, drohen im Fall einer Verurteilung zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Gefängnis. Die mögliche Höchststrafe für die Mutter und Großmutter beträgt je zehn Jahre Haft.
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