Teurer Sprit

Deutschland: Einigung auf Tankrabatt & Preisdeckel

Außenpolitik
18.09.2026 21:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die deutsche Regierung hat sich mit den Ländern auf Maßnahmen gegen teuren Sprit geeinigt. Konkret sollen am Oktober die Steuer auf Benzin und Diesel um faktisch 17 Cent gesenkt werden. Ab Jänner 2027 ist auch ein Spritpreisdeckel geplant. 

Die Pläne sehen vor, dass der Bund die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vom 1. Oktober an bis Ende 2026 um 14 Cent senkt. Zusammen mit der Umsatzsteuer ergibt sich eine Senkung um 17 Cent pro Liter bei den Kraftstoffen. Von Anfang Mai bis Ende Juni hatte bereits ein Tankrabatt in derselben Größenordnung gegolten.

Entlastungsvolumen laut Regierung bei 2,5 Mrd. Euro
Insgesamt sollen Bürger sowie Unternehmen um rund 2,5 Milliarden Euro entlastet werden. Die Länder sollen sich mit einem Beitrag in Höhe von 1,25 Milliarden Euro über einen Umsatzsteuerfestbetrag beteiligen.

Vorbilder sind Luxemburg und Belgien
Spätestens ab Jänner 2027 ist auch ein Spritpreisdeckel geplant, aber als Kriseninstrument und nicht dauerhaft. In einem Beschlusspapier heißt es: „Der Bund wird in regelmäßige Gespräche mit der Mineralölwirtschaft eintreten und einen nicht dauerhaften, krisenbedingten Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens frühestmöglich, spätestens aber zum 1. Jänner 2027, einführen.“

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Wer jeden Tag auf das Auto angewiesen ist, kommt an seine Belastungsgrenze. Wir zeigen, dass wir in der Krise widerstandsfähig sind und den Bürgern helfen.

Deutschlands Kanzler FRiedrich Merz (CDU)

Deutsche Spritpreise so hoch wie noch nie
Die Krise im Nahen Osten treibt die Kraftstoffpreise in Deutschland von Rekord zu Rekord. Der Dieselpreis kletterte am Donnerstag auf einen weiteren Höchstwert. Ein Liter kostete nach Auswertung des ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,471 Euro, knapp zwei Cent mehr als am Vortag. Super E10 verbilligte sich nach mehreren Preisrekorden in Folge dagegen minimal auf 2,308 Euro.

Merz: Helfen Bürgern
„Wer jeden Tag auf das Auto angewiesen ist, kommt an seine Belastungsgrenze“, sagte Merz am Freitag. „Wir zeigen, dass wir in der Krise widerstandsfähig sind und den Bürgerinnen und Bürgern helfen.“ Er sprach auch mit Blick auf angespannte von einem starken Signal. Klingbeil sagte: „Die Spritpreise runterkriegen, die Menschen entlasten, die Abzocke an den Zapfsäulen beenden – genau das war mir wichtig und das erreichen wir mit unserer Einigung.“ Das Paket wurde kurz vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am kommenden Sonntag beschlossen.. 

Preisdeckel kommt
Bei einem Spritpreisdeckel wird ein Höchstpreis für Benzin und Diesel festgelegt, der sich unter anderem an der Entwicklung der Ölpreise sowie den Kosten für Transport und Vertrieb sowie einer Händlermarge orientiert. Die SPD fordert einen solchen Spritpreisdeckel seit langem. Vorbilder sind Modelle in Luxemburg und Belgien. Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte sich gegen einen Preisdeckel ausgesprochen.

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