Alles dreht sich um KI

Ars Electronica Center: Abenteuer aus der Zukunft

Oberösterreich
08.09.2026 14:00

Was, wenn einem die eigene Stimme Dinge erzählt, die nie passiert sind? Die neue KI-Installation im Ars Electronica Center sorgt für Staunen und Gänsehaut. Sie gehört zur bahnbrechenden Ausstellung „Hello Worlds“, in der sich alles um Künstliche Intelligenz und visionäre Anwendungen in der Zukunft dreht.

Eine Kaffeemaschine, die einen eigenen Willen hat, ist nicht neu. Sie kennt man eigentlich schon aus der Kultserie „Kottan ermittelt“ aus den 1970er-Jahren, in der sich der Polizeipräsident mit dem Kaffeeautomaten Kämpfe liefert. Fast 50 Jahre später kann der Kaffeeautomat aber nicht nur boshaft sein, sondern endlich richtig sprechen, zumindest jener im Ars Electronica Center. Und natürlich beherrscht er allerlei Tricks, um möglichst nicht arbeiten zu müssen.

Er ist eine der Attraktionen der neuen Ausstellung „Hello Worlds“, eines kleinen Bereichs im großen Ars Electronica Center, der sich vollständig der Künstlichen Intelligenz verschrieben hat.

Ein Kopierer als kreativer Künstler
Hier dreht sich fast alles um Sprache, oder genauer gesagt: um sprechende Maschinen, die zudem reichlich Fantasie entwickeln. So kann man einen Teddybären oder einen Wecker in eine Mikrowelle legen. Setzt man anschließend Kopfhörer auf, erzählt das Objekt im Inneren seine ganz eigenen Geschichten. Man kann aber auch an einer anderen Station mit Raben in deren Sprache plaudern oder mit einem Kopierer arbeiten, der aus den Skizzen der Besucher kreative Kunstwerke entstehen lässt.

Unterhaltung mit seinem Klon
„Ich mag die Voice-Station sehr gerne“, sagt Bernadette Geißler vom Ars Electronica Futurelab. Dort wird die eigene Stimme aufgenommen und mithilfe von KI geklont. Die künstliche Version der Stimme sagt dann Dinge, die man vermutlich nie gesagt hat. Das regt zum Nachdenken über KI an und wirkt zugleich ein wenig gruselig.

„Hello Worlds!“, der neue Ausstellungsbereich über KI im Ars Electronica Center
„Hello Worlds!“, der neue Ausstellungsbereich über KI im Ars Electronica Center(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)
Unterhaltung mit einem Raben
Unterhaltung mit einem Raben(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

Am Anfang ein Blick in den geheimnisvollen Spiegel
Der Rundgang durch diesen neuen Ausstellungsbereich im Ars Electronica Center wird auf jeden Fall zu einem Abenteuer in der Zukunft. Denn Besucher können sich am Beginn, bevor der Rundgang startet, vor einen Spiegel stellen, einen sogenannten „Deep Mirror“. Er fotografiert das Gesicht, zusätzlich kann man einige persönliche Vorlieben auswählen. Anschließend wird man von dem persönlichen KI-Agenten durch die Ausstellung geführt, er passt Fragen und Dialoge an den Stationen völlig individuell an meine Interessen an.

„Die KI stellt mir an jeder Station personalisierte Informationen und Inhalte zusammen“, erklärt Geißler. So kann jeder Besucher etwas anderes erleben und erfahren, in einer Welt, die von KI geschaffen wurde und in der KI Körper, Gegenstände und Tiere „belebt“. 

Alle Daten werden zu einem Teppich
Etwas Gemeinsames gibt es jedoch auch: Im „Resonance Loom“ werden die Informationen gesammelt, die Besucher während der Ausstellung, die übrigens in Kooperation mit Toyota entwickelt worden ist, hinterlassen.

Sinnbild dafür ist ein echter Holzwebstuhl, aus dem ein Datenteppich quillt. Datenschutz hat auch Gewicht: Alle Besucherdaten werden allerdings täglich wieder gelöscht, versichert man. Und: „Man muss den Spiegel nicht nützen, man kann auch anonym in der Ausstellung viel erleben“, versichert Geißler. 

Die Ausstellung ist ab 9. September geöffnet und über das Festival Ars Electronica (9. bis 13. September) hinaus zu sehen, voraussichtlich bleibt sie ein Jahr lang aufgebaut.

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