Beraterin erzählt

Bürokratie & Kriege: Was unsere Firmen beschäftigt

Oberösterreich
08.09.2026 11:20
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Die Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer von EY in Linz haben mit Marion Raninger eine neue Chefin. Sie weiß, wo in den heimischen Firmen aktuell der Schuh drückt.

„Die Herausforderungen sind für Unternehmen in sämtlichen Belangen größer geworden“ – zu diesem Befund kommt Marion Raninger. Die 40-Jährige hat per 1. September die Leitung der Unternehmensberatung EY Linz übernommen und damit Einblicke in viele heimische Betriebe.

Wo aktuell der Schuh drückt? „Wenn ich mit Unternehmern diskutiere, ist die Regulatorik das größte Thema. Bürokratieabbau würde helfen, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Viele Ressourcen sind darauf gebunden, sodass man keine Zeit hat, sich ums Tagesgeschäft zu kümmern. Das wäre aber gerade jetzt gefragt“, sagt Raninger.

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Bürokratieabbau würde helfen, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Das wäre gerade jetzt gefragt.

Marion Raninger, Chefin von EY Linz

„Auf unterschiedliche Standbeine setzen“
Zudem würden die Firmen weiterhin die Dauerbrenner beschäftigen: die hohen Lohn- und Energiekosten. Dazu kommt eine gewisse Unplanbarkeit wegen der weltweiten Kriege. Ein Patentrezept dagegen gebe es nicht, aber Raninger rät Betrieben, „auf unterschiedliche Standbeine zu setzen, sodass man nicht sofort in Schieflage gerät, wenn ein Bereich schlechter läuft.“

Auch der Mangel an Fachkräften sei für viele Firmen eine Herausforderung. Die Personalnot ist zwar durch die schwächelnde Konjunktur etwas in den Hintergrund geraten, aber: Im Jahr 2030 fehlen in Oberösterreich laut Fachkräftemonitor rund 83.500 Arbeitskräfte. Bis 2040 gehen die Prognosen sogar von einem Bedarf an 151.000 zusätzlichen Fachkräften im Bundesland aus.

100 Mitarbeiter in Linz
EY Österreich ist Teil der internationalen EY-Gruppe und hat hierzulande fünf Standorte, einer davon ist Linz. Das Unternehmen bietet Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung sowie Strategieberatung an und erwirtschaftete zuletzt mit 1500 Mitarbeitern in Österreich rund 255 Millionen Euro Umsatz. In Linz hat EY etwa 100 Mitarbeiter. Raninger will den Standort als neue Chefin „weiter ausbauen und einen wesentlichen Beitrag zum Gesamterfolg von EY Österreich leisten.“

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