Klimaschutz-Plan

Dornbirn will sich vor Extremwetter schützen

Politik
05.09.2026 14:25
Die Stadt Dornbirn wappnet sich gegen zunehmende Hitze, Starkregen und Trockenheit. Die neue Strategie umfasst 13 konkrete Maßnahmen, darunter das Pflanzen von Bäumen und gezielte Entsiegeln von Flächen. 

Der Dornbirner Stadtrat hat eine Klimawandelanpassungsstrategie beschlossen, um künftig für Hitze, Starkregen und Trockenperioden besser gerüstet zu sein. Um etwa der steigenden Hitze entgegenzuwirken, wird die Stadt jedes Jahr rund 300 neue Bäume aus 50 verschiedenen Arten planzen. Diese spenden an heißen Tagen Schatten und kühlen die Umgebung. Zudem werden Flächen entsiegelt, also von Asphalt oder Beton befreit. Dadurch heizen sich diese Plätze weniger stark auf und können Niederschläge besser aufnehmen.

Fokus auf den Wasserhaushalt
Ein weiterer zentraler Schwerpunkt der neuen Strategie ist der Umgang mit etwaigen Wassermassen, die sich binnen kurzer Zeit über das Stadtgebiet ergießen. Bei Starkregen soll möglichst viel Nässe direkt vor Ort im Boden versickern können, um lokale Überschwemmungen zu verhindern. In längeren Trockenperioden gewinnt hingegen eine verlässliche Wasserversorgung an Bedeutung. Dafür nutzt die Stadt das sogenannte Schwammstadt-Prinzip: Soll meinen: Regenwasser wird wie bei einem Schwamm direkt im Boden gespeichert. So steht es den Bäumen wesentlich länger zur Verfügung. Bei zukünftigen Bauprojekten wird ebenfalls darauf geachtet, dass Flächen nicht vollständig versiegelt werden.

Dornbirn soll in den kommenden Jahren deutlich grüner werden.
Dornbirn soll in den kommenden Jahren deutlich grüner werden.(Bild: Stadt Dornbirn)

Projekt Pionierstadt
Dornbirn nimmt zudem am österreichweiten Projekt „Pionierstadt“ teil. Seit 2024 erproben zehn heimische Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern neue Wege im Klimaschutz. Das auf fünf Jahre angelegte Vorhaben geht nun verstärkt von der Planungsphase in die Umsetzung. Die Stadtverwaltung richtet unter anderem ihre kompletten Strukturen auf das Ziel der Klimaneutralität aus. Das bedeutet, dass der Klimaschutz bei allen städtischen Planungen von Beginn an mitbedacht wird. Sämtliche Vorhaben werden bereits im Budgetprozess auf ihre genauen Auswirkungen auf das Klima geprüft.

Konkrete Projekte
Das ambitionierte Ziel der Stadtverwaltung ist es, den Treibhausgas-Ausstoß bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Vergleichsjahr 2005 zu halbieren. Dies gilt als wichtiger Zwischenschritt, um im Jahr 2040 komplett klimaneutral zu sein. Erste Projekte werden bereits umgesetzt: Bei der Sanierung einer großen Halle auf dem CampusVäre sind etwa bewusst nachwachsende Rohstoffe verwendet worden. Weiters stellt die Stadt ihren eigenen Fuhrpark schrittweise auf Elektroautos um und testet ein Leihradsystem für die Bevölkerung. 

Campus als Vorbild
Das Viertel rund um den Campus dient aktuell als Vorzeige-Quartier für die Region, ist also gewissermaßen ein Testgelände. Dort werden verschiedene Lösungen für Energie, Mobilität und eine klimafreundliche Stadtentwicklung direkt im Alltag erprobt. Die dabei gesammelten Erfahrungen sollen später in anderen Stadtteilen erfolgreich angewendet werden. 

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