Schönste Wanderrouten

Hoher Freschen: Der „König“ im Rheintal

Vorarlberg
04.09.2026 14:30

Der Hohe Freschen bietet dank seiner einmaligen Lage eine grandiose Rundumsicht. Viele Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führen auf den Gipfel, an dessen höchstem Punkt vier Gemeindegrenzen zusammentreffen.

Der Hohe Freschen erhebt sich 2004 Meter über dem Rheintal sowie dem Laternsertal und bildet damit die höchste Erhebung des Freschenstocks im westlichen Bregenzerwaldgebirge. Schon seine Lage macht den Berg zu einem besonderen Aussichtspunkt: Bei klarer Sicht reicht der Blick über das Rheintal und den Bodensee bis zum Alpstein, zu den Glarner Alpen in der Schweiz und weit in die Vorarlberger Bergwelt. Im Bereich des Gipfels treffen die vier Gemeindegebiete von Dornbirn, Laterns, Zwischenwasser und Viktorsberg aufeinander und an den Hängen des Bergstocks entspringen gleich mehrere Bäche, darunter die Dornbirner Ach.

Seinen besonderen Charakter verdankt der Hohe Freschen allerdings nicht allein seiner einmaligen Lage, sondern vor allem seiner Geologie. Der Berg liegt im Bereich der helvetischen Säntisdecke und besteht aus unterschiedlichen Kalk- und Mergelgesteinen. Die wasserlöslichen Kalkgesteine haben im Laufe der Zeit eine ausgeprägte Karstlandschaft entstehen lassen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese in der Freschenhöhle. Mit einer Gesamtganglänge von mehr als 700 Metern gehört sie zu den größten unterirdischen Objekten Vorarlbergs und steht als Naturdenkmal unter strengem Schutz.

Inmitten der Berglandschaft liegt das Freschenhaus.
Inmitten der Berglandschaft liegt das Freschenhaus.(Bild: Rubina Bergauer)

Der Hohe Freschen ist Teil des Naturschutzgebiets „Hohe Kugel – Hoher Freschen – Mellental“, das bereits 1979 eingerichtet und später erweitert wurde. Es umfasst eine weitgehend naturnahe Berglandschaft mit Wäldern, Alpflächen, Felsbereichen und Tobeln und zählt zu den bedeutenden Schutzgebieten des Landes.

Schutzhütte aus dem 19.Jahrhundert
Ein wichtiger Stützpunkt für Wanderer ist das auf rund 1846 Metern gelegene Freschenhaus. Die Schutzhütte wurde bereits im 19. Jahrhundert errichtet und liegt nur etwa eine dreiviertel Stunde vom Gipfel entfernt. In ihrer Umgebung befinden sich neben der Freschenhöhle auch ein kleiner Alpengarten sowie die Freschenkapelle.

Der Rispen-Steinbrech ist eine typische Pflanze der alpinen und subalpinen Gebirgswelt und ...
Der Rispen-Steinbrech ist eine typische Pflanze der alpinen und subalpinen Gebirgswelt und gehört zur Familie der Steinbrechgewächse.(Bild: Rubina Bergauer)

Rispen-Steinbrech

Die Art wächst bevorzugt an felsigen, kalkreichen Standorten. Das Verbreitungsgebiet reicht über weite Teile der europäischen Gebirge bis in den hohen Norden. Charakteristisch sind die dichten, rosettenartigen Blätter, die wie kleine, grüne Sterne an den Felsen sitzen. Die fleischigen Blätter besitzen am Rand feine Kalkdrüsen, über die überschüssiger Kalk ausgeschieden wird. Dieser lagert sich als winzige weiße Punkte am Blattrand ab und verleiht den Rosetten ihr oft weiß gesprenkeltes Aussehen. Von Juni bis August entwickelt der Rispen-Steinbrech seine vergleichsweise zarten, weißen Blüten, die an verzweigten Stängeln über den Blattrosetten stehen. Die einzelnen Blüten sind meist mit kleinen gelblichen oder rötlichen Punkten versehen. Seinen Namen verdankt das Steinbrechgewächs gewissermaßen seinem Lebensraum: Die Pflanzen besiedeln kleinste Spalten und Ritzen in Felsen und wirken dabei, als würden sie direkt aus dem Stein hervorwachsen. Tatsächlich „sprengt“ der Rispen-Steinbrech den Fels jedoch nicht – vielmehr nutzt er vorhandene Risse und Spalten, in denen sich etwas Erde und Feuchtigkeit sammeln. Mit seinen kompakten Rosetten und den fleischigen Blättern ist er hervorragend an die oft kargen, trockenen und rauen Bedingungen im Gebirge angepasst. Der auffällige rote Ring an den äußeren Blättern ist kein Zeichen einer Krankheit,sondern eine natürliche Stressreaktion der Pflanzen auf starke Sonneneinstrahlung,Trockenheit oder Kälte (Ansammlung von Anthocyane als Sonnenschutz).

Vom Dornbirner Ebnit führen der ausgesetzte Binnelgrat und der Vallüragrat zum Freschen; einzelne Passagen sind mit Drahtseilen gesichert und verlangen Trittsicherheit und alpine Erfahrung. Etwas einfacher ist der Aufstieg von Bad Laterns. Beim Gasthaus Bädle gibt es einen gebührenpflichtigen Wanderparkplatz. Von dort geht es ein kurzes Stück der Straße entlang, bevor man den Wegweisern folgend auf die schottrige Güterstraße wechselt, die parallel zum Garnitzbach verläuft. Der Weg führt an der Vorderen und Hinteren Garnitzaalpe vorbei leicht ansteigend durch das Tal. Danach erfolgt der erste Aufstieg über freies, steiler werdendes Gelände zur Unteren Saluveralpe. Über einen Wanderpfad geht es anschließend stetig ansteigend bis zum Freschenhaus.

Tipps & Infos

Typ: mittelschwere Bergtour
Dauer: ca. viereinhalb Stunden
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Bad Laterns (gebührenpflichtig)
Aufstieg: knapp 800 Höhenmeter
Anforderung: gute Grundkondition (ca. 14 Kilometer hin/retour)
Ausrüstung: knöchelhohe Wanderschuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung, Rucksack mit Getränk, Jause und Wechselkleidung, Wanderstöcke bei Bedarf
Anmerkung: Übernachtung im Freschenhaus nach vorheriger Anmeldung möglich
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 495 (ab Rankweil Bhf. bis Innerlaterns Bädle)

Von der Terrasse der Hütte hat man einen tollen Ausblick auf den Berg, der wie ein überdimensionierter Schiffsbug in die Landschaft ragt. Zum Gipfelkreuz führt ein schmaler Pfad direkt hinter der Hütte vorbei. Nach einer wohl verdienten Rast, bei der man das beeindruckende Panorama genießen kann, geht es wieder über dieselbe Strecke retour.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

17° / 27°
Symbol wolkenlos
14° / 31°
Symbol heiter
16° / 30°
Symbol wolkenlos
15° / 30°
Symbol wolkenlos
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung