Derber Ausraster

Rapperin beschimpft Andreas Gabalier auf Festival

Society International
05.09.2026 12:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Rapperin Nura sorgte beim deutschen Glücksgefühle-Festival für einen Eklat statt für gute Stimmung. Offenbar auf Krawall gebürstet, teilte sie auf der Bühne kräftig aus. Sie sprach über ihre Hautfarbe, kündigte an, noch 10.000 Afrikaner ins Land holen zu wollen. Auch Österreichs Aushänge-Alpen-Hitlieferant Andreas Gabalier bedachte sie mit derben Worten: „F... Andreas Gabalier.“

Es waren deftige Worte, die die deutsch-eritreische Musikerin am Freitag beim Musikfestival am Hockenheimring ins Publikum pfefferte, um ihrem Ärger darüber Luft zu machen, dass politische Äußerungen nicht erwünscht waren.  Zuvor der Auftritt von Alphaville daran gescheitert: Die Band war ausgeladen worden, weil Sänger Marian Gold sich auf der Bühne politisch positionieren wollte.

Nura sang mit dem Publikum deshalb zunächst den Alphaville-Hit „Forever Young“ an. Dann brach sie den Song ab und machte deutlich, dass sie nicht unpolitisch sein wolle. „Wenn man mich bucht, dann kriegt man auf jeden Fall keine unpolitische Show“, rief sie dem Publikum zu.

Vulgäre Attacke
Anschließend wurde Nura noch deutlicher. Sie positionierte sich gegen rechts und kritisierte die Veranstalter. „Ich bin schwarz, wollt ihr mich verarschen?“, rief sie dem Publikum zu. Sie bleibe in diesem Land und hole noch 10.000 nach. 

Dann nahm sie Andreas Gabalier ins Visier, der später am selben Tag auf derselben Bühne auftreten sollte. „Andreas Gabalier darf hier auftreten und Alphaville nicht, oder was?“, fragte Nura. Wenig später legte sie mit einer vulgären Attacke nach: „F... Andreas Gabalier.“

Den Videomitschnitt ihres Ausrasters teilte die Rapperin auf Instagram – hier können Sie ihn sich ansehen:

Erst ausgeladen, dann wieder eingeladen
Auslöser des Streits war die Band Alphaville. Die Veranstalter hatten Sänger Marian Gold nach dessen früheren politischen Äußerungen aufgefordert, sich auf der Festivalbühne nicht politisch zu äußern. Gold hatte sich unter anderem gegen Rechtsextremismus und für Demokratie, Freiheit und Toleranz ausgesprochen.

Nachdem keine Einigung erzielt worden war, wurde Alphaville zuerst einmal ausgeladen. Nach massiver Kritik ruderten die Veranstalter zurück und luden die Band wieder ein. Alphaville lehnte den Auftritt dennoch ab und kündigte an, die vereinbarte Gage zu spenden.

Nura blieb mit ihrer Kritik nicht allein: Mehrere Künstler griffen den Alphaville-Klassiker „Forever Young“ auf. Auch andere Acts kritisierten den Versuch, politische Aussagen auf dem Festival zu unterbinden. Dass Andreas Gabalier da zum Handkuss gekommen ist, bleibt dabei unverständlich. Der Sänger hat sich noch nicht dazu geäußert.

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