Österreichs Schulen wandeln sich: 20,9 Prozent der Schüler haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 26 Prozent eine nicht-deutsche Umgangssprache. Das neue ÖIF-Factsheet zeigt große Unterschiede bei Sprache und Erfolg.
Österreichs Klassenzimmer verändern sich. Im Schuljahr 24/25 (aktuellste verfügbare Daten) besuchten 1,142.462 Kinder und Jugendliche eine Schule. Gegenüber dem Jahr davor kamen 11.526 Schüler dazu – der Zuwachs entfiel vollständig auf ausländische Staatsangehörige. Ihre Zahl stieg um 11.949, jene der österreichischen Schüler sank um 423.
Damit hatten 238.504 Schüler oder 20,9 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit. 06/07 waren es noch 9,2 Prozent. Der Anteil hat sich mehr als verdoppelt. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Österreichischen Integrationsfonds hervor, die heute veröffentlicht wird.
Deutsch bleibt für viele die größte Hürde
Ein anderes Merkmal ist die Sprache. 26,0 Prozent hatten 2024/25 eine nicht-deutsche Umgangssprache. Nach einem Höchststand von rund 27 Prozent 2021/22 ging der Anteil zuletzt leicht zurück. Wien liegt mit 48,9 Prozent weit über dem Bundesschnitt, Kärnten mit 16,8 Prozent am unteren Ende.
Deutschdefizite zeigen sich schon beim Schulstart
50.813 Schüler galten 2024/25 wegen unzureichender Deutschkenntnisse als außerordentliche Schüler. Ihr Anteil sank zwar von 4,6 auf 4,4 Prozent. An Volksschulen lag er jedoch bei 10,8 Prozent, in Wien sogar bei 19,6 Prozent. Unter den Wiener Schulanfängern der 0. und 1. Schulstufe war 2025/26 mit 50,9 Prozent jeder zweite betroffen.
Wie wichtig Deutschkenntnisse sind, zeigt die Kompetenzmessung: 41 Prozent der Viertklässler mit Deutsch als Erstsprache erreichten oder übertrafen die Standards in allen drei Deutschbereichen, ohne Deutsch als Erstsprache waren es zehn Prozent. Auch die soziale Lage der Schule hängt laut Factsheet eng mit der Lesekompetenz zusammen.
Islam weiter am Vormarsch
An den öffentlichen Wiener Pflichtschulen hat sich auch die religiöse Zusammensetzung verändert. Rund 114.000 Schüler besuchten dort im Schuljahr 2025/26 eine Volks-, Mittel-, Sonder- oder Polytechnische Schule. 42,0 Prozent hatten ein islamisches Religionsbekenntnis und bildeten damit die größte religiöse Gruppe. 33,3 Prozent gehörten einer christlichen Glaubensgemeinschaft an: 16,7 Prozent waren römisch-katholisch, 14,4 Prozent orthodox und 1,7 Prozent evangelisch. Ohne religiöses Bekenntnis waren 23,2 Prozent, weitere 1,4 Prozent entfielen auf sonstige Glaubensbekenntnisse, 0,1 Prozent auf das Judentum.
Katholiken nehmen am stärksten ab
Besonders hoch ist der islamische Anteil an den Mittelschulen: Dort lag er bei 49,4 Prozent, an den Polytechnischen Schulen bei 46,8 Prozent. In den Volksschulen waren 39,0 Prozent der Schüler islamischen Glaubens, an den Sonderschulen 38,0 Prozent. Zugleich zeigt der Fünfjahresvergleich eine Verschiebung: Seit 2021/22 stieg der Anteil der Schüler mit islamischem Bekenntnis um 3,6 Prozentpunkte. Der Anteil der Schüler ohne Bekenntnis nahm um 1,8 Prozentpunkte zu, jener mit christlichem Bekenntnis sank um 5,5 Prozentpunkte. Am stärksten ging der katholische Anteil zurück – um 4,1 Prozentpunkte. Orthodoxe verloren 0,7, Evangelische 0,4 Prozentpunkte.
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