Mitten im Wahlkampf

„Haut ab!“: Proteste bei Besuch der FPÖ in Berlin

Wien
03.09.2026 14:16

Lautstark und mit heftigen Protesten wurden die Wiener Freiheitlichen bei einem Rundgang mit der deutschen Schwesternpartei AfD durch Berlin-Neukölln empfangen. Es war sogar Polizeischutz nötig.

Besuche bei Freunden laufen normalerweise anders ab: Die FPÖ Wien weilte für ein Arbeitstreffen bei der AfD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses. Mit dabei war auch Parteiobmann Dominik Nepp. Mittwochabend stand ein Ausflug zu den Kriminalitäts-Hotspots der deutschen Bundeshauptstadt am Programm. Der Rundgang startete am Hermannplatz und führte über die berüchtigte Sonnenallee bis zur Karl-Marx-Straße. Doch die Tour in Neukölln blieb nicht ohne Gegenwind: Rund 50 Gegendemonstranten versammelten sich laut Berliner Polizei, um gegen den AfD-Besuch zu protestieren.

Während die FPÖ Wien mit der AfD durch den Berliner Bezirk Neukölln spazierte, gab es Proteste. ...
Während die FPÖ Wien mit der AfD durch den Berliner Bezirk Neukölln spazierte, gab es Proteste. Der Rundgang konnte nur mit Polizeischutz absolviert werden.(Bild: AfD Hauptstadt Fraktion)

Begleitet von Trillerpfeifen skandierten die Protestler Parolen wie „Nazis raus“, „Schämt euch“ und „Neukölln ist für alle“. Auch gegen die AfD richtete sich der lautstarke Protest. Immer wieder war „Ganz Berlin hasst die AfD“ zu hören. Einige Demonstranten skandierten zudem lautstark: „Haut ab, haut ab!“

Die Polizei rückte mit einer Hundertschaft an und versuchte, die beiden Lager voneinander zu trennen. Das gelang allerdings nicht immer. Teilweise kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Einsatzkräften. Die Lage war derart angespannt, dass die Polizei schließlich auch durchgreifen musste. Laut einer Polizeisprecherin wurden mindestens zwei Gegendemonstranten vorübergehend zur Feststellung ihrer Identität festgenommen.

Kurz vor der nächsten Abgeordnetenhauswahl in Berlin wollen die FPÖ Wien und AfD Berlin die ...
Kurz vor der nächsten Abgeordnetenhauswahl in Berlin wollen die FPÖ Wien und AfD Berlin die Zusammenarbeit verstärken.(Bild: FPÖ Wien)

„Wenn eine ganze Einsatzhundertschaft Politiker vor Linksextremen schützen muss, nur weil sie durch Berlin-Neukölln spazieren wollen, zeigt das den Ernst der Lage“, so FPÖ-Politiker Stefan Berger zur „Krone“. Die nächste Abgeordnetenhauswahl in Berlin findet in zweieinhalb Wochen am 20. September statt.

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