GUTEN MORGEN

Brüchige Brandmauer | Ärger als im Kalten Krieg

Brüchige Brandmauer. In Deutschland brodelt es in den Tagen vor einer sogenannten Schicksalswahl: Denn wenn am Sonntag Sachsen-Anhalt wählt, wird mit einem Sieg der rechtsnationalen AfD gerechnet, der sich gewaschen hat. In Umfragen traut man der FPÖ-Schwesterpartei im Extremfall sogar eine absolute Mehrheit zu. Dann würden die Wähler die „Brandmauer“, jenen Wall, den die etablierten Parteien gegen die Rechten zu bauen versucht haben, eingerissen. Aber auch wenn die AfD, was realistischer scheint, „nur“ mit mehr als 40 Prozent überlegen auf Platz 1 kommt, aber für das Regieren einen Partner benötigt, wird die Brandmauer brüchig werden. Und die ohnehin brüchige Bundeskoalition aus CDU/CSU und SPD noch weiter ins Trudeln kommen. Spannende Zeiten in Deutschland.

Ärger als im Kalten Krieg. Spannende Zeiten in Deutschland auch, weil zwischen Berlin und Moskau gerade mehr als raue Töne hin- und herfliegen. Untersuchungen haben bestätigt, dass der gescheiterte Drohnenschlag auf ukrainische Transportflugzeuge auf dem Flughafen Leipzig von russischer Hand geplant und durchgeführt wurde – worauf Bundeskanzler Merz, wie es heute „Krone“-Außenpolitik-Doyen Kurt Seinitz formuliert, „klare Kante“ gegen Russland zeigte. Längst hat Putin einen Psychokrieg gegen Deutschland begonnen. „Mit jedem Gewaltakt, mit jedem Schlag und Gegenschlag verfinstert sich die Sicherheitslage in Europa“, schreibt Seinitz. Und findet, es sei „ärger als im alten Kalten Krieg“. Keine beruhigende Vorstellung.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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