Wird richtig teuer

Frankreich besteuert Wegwerfmode von Shein & Co.

Ausland
02.09.2026 13:36
Porträt von krone.at
Von krone.at

Frankreich hat als weltweit erstes Land eine gesetzliche Abgabe auf sogenannte Ultra Fast Fashion beschlossen. Das Gesetz und das zugehörige Umwelt-Malus-System stufen die exzessive Überproduktion und Vermarktung billiger Einwegkleidung als Umweltschaden ein.

Seit Dienstag gilt in Frankreich eine Abgabe auf Ultra-Fast-Fashion. Betroffen sind große Plattformen wie SHEIN, Temu, AliExpress und Co., die mit schnell wechselnden Kollektionen, Billigpreisen und riesigen Produktmengen Überproduktion und Wegwerfmode befeuern und zum Teil gefährliche und sogar illegale Produkte nach Europa importieren.

Klassische Modeketten mit kleineren Sortimenten (wie H&M oder Zara) sind von dieser Kategorie ausgenommen. Damit setzt die französische Regierung ein Gesetz vom 8. Juli 2026 um, das den ökologischen Fußabdruck der Textilindustrie regulieren soll.

Maximal 50 Prozent des Nettopreises
Die Höhe der Abgabe richtet sich u.a. nach dem Sortimentsumfang (Anzahl täglich neu angebotener Stile), der Nutzungsdauer und der Reparierbarkeit. So werden für Unterwäsche derzeit etwa 50 Cent, T-Shirts zwei Euro, Jeans neun Euro oder Jacken zwölf Euro fällig, maximal jedoch 50 Prozent des Nettopreises des jeweiligen Artikels. Bis zum Jahr 2030 sollen die Sätze sukzessive ansteigen – dann sollen bis zu 19,50 Euro pro Jacke oder acht Euro für Shirts oder 17 Euro für Jeans fällig werden.

Ob Händler die Kosten selbst tragen oder an Käufer weitergeben, liegt bei den Anbietern. Bei einer Weitergabe verringert sich der Preisabstand zu etablierten Marken deutlich.

Im Jahr 2025 wurden sechs Milliarden Kleinsendungen in Richtung Europa verschickt. 93 Prozent ...
Im Jahr 2025 wurden sechs Milliarden Kleinsendungen in Richtung Europa verschickt. 93 Prozent dieser Lieferungen stammen aus China.(Bild: © Kevin McElvaney / Greenpeace)

Ergänzend ist für 2027 in Frankreich ein umfassendes Werbeverbot für Wegwerfmode geplant, auch auf Social Media. 

Greenpeace: Österreich muss nachziehen
Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich: „Frankreich zeigt, dass die Politik der Billigmode-Flut nicht hilflos zusehen muss. (...) Wer mit Ramschpreisen und immer neuen Produkten Profite macht, muss auch für die ökologischen Folgen zahlen. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer muss jetzt nachziehen: Mit klarer Plattformhaftung, Abgaben auf Billigimporte, Werbeverboten und harten Strafen kann Österreich umwelt- und gesundheitsschädliche Wegwerfmode eindämmen.“

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