Innovative Weinhauer vertrauen ihrem Können, ihrer Erfahrung – und zunehmend auch künstlicher Intelligenz. Wie der digitale Weinkeller bei drei Winzern in Perchtoldsdorf bereits Realität ist.
Ein Roboter bei der Lese im Weingarten – so stellt sich eine KI wohl den Weinbau der Zukunft vor. Davon sind Hannes Leeb, Georg Sommerbauer und Markus Pichler-Brodl noch weit entfernt. Aber die drei Winzer aus Perchtoldsdorf, Bezirk Mödling, setzen bei der Produktion ihrer edlen Tropfen durchaus bereits auf digitale Hilfe. Zumindest in ihren Weinkellern.
Hilfe bei Dokumentation
Sommerbauer schwört zwar beim Keltern der Weine auf traditionelles Handwerk, doch bei der Dokumentation der Arbeitsvorgänge hat die Digitalisierung schon Einzug gehalten. Alle Prozesse – vom Rebschnitt bis zur Flaschenabfüllung – können bereits von der App Winealyze erfasst werden. Damit lässt sich auf Knopfdruck nachvollziehen, aus welchem Weinberg der gute Tropfen stammt, wie diese Flächen bewirtschaftet wurden und welche Reifeparameter die Trauben bei der Ernte hatten. Hannes Leeb nutzt Winealyze etwa bei der Kosten-Nutzen-Analyse: „Damit man genau weiß, wieviel Zeit man in einzelne Arbeitsschritte investiert.“
Winzer bleibt der Chef
Er betont zudem: „Die Digitalisierung aller Wein-Daten ist ab 2027 EU-weit verpflichtend.“ Moderne Technik wie Ozongeneratoren zur Entkeimung von Tanks und Flaschen kann die Arbeit sinnvoll ergänzen und vereinfachen. „Aber Erfahrung, Gefühl und sensorische Sorgfalt bleiben wesentlich“, betonen Pichler Brodl und seine Kollegen.
Mehr KI im Weinkeller
Wiewohl Winealyze-Miterfinder Thomas Beisteiner eine rasante Entwicklung hin zu mittels Sensoren und Steuerungen stärker vernetzten Gesamtlösungen prophezeit, KI wird zunehmend eine größere Rolle spielen: „Denn neue Maschinen werden auch im Weinbau immer intelligenter werden.“
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