Ein überarbeitetes Dienstzeitmanagement bei der Polizei beginnt am morgigen Dienstag als Pilotphase in fünf Regionen. Der Start in Tirol ist erst für April 2027 vorgesehen. Landespolizeidirektor Helmut Tomac sieht darin eine Verbesserung.
In den Reihen der Polizei, in der Gewerkschaft sowie in der Opposition der Bundesregierung herrschte die vergangenen Tage Unmut. Grund dafür war ein Kampf um eine Reform der Dienstzeiten im Innenministerium. Wie berichtet, sollen diese bei der Exekutive künftig auf maximal 13 Stunden am Stück begrenzt werden und 24-Stunden-Dienste der Vergangenheit angehören.
Durch die Anrechnung von bis zu 48 Wochenendstunden auf die Normalarbeitszeit müssen Beamte in Zukunft häufiger (zwei bis drei Wochenenden pro Monat) arbeiten, erhalten dafür aber kein zusätzliches Geld, wurde kritisiert.
Grünen-Bundessicherheitssprecherin Agnes Prammer sprach von drohenden Gehaltseinbußen durch den Wegfall von Überstunden und Zulagen von bis zu 1000 Euro im Monat. Eine Ablehnung der Pläne von VP-Innenminister Gerhard Karner gab es prompt auch von der FPÖ.
In einer Umfrage kam heraus, dass sich die Kollegen mehr Flexibilität und mehr Zeit für die Familie wünschen. Dem werden wir gerecht.
Landespolizeidirektor Helmut Tomac
Bundesweite Ausrollung ab 2027
Für das neue Dienstzeitmanagement beginnt am morgigen Dienstag eine Pilotphase in den Bezirken Wien-Brigittenau, Gänserndorf, Linz, Bregenz sowie Leibnitz. In den Bundesländern sollen die neuen Dienstzeiten schrittweise ab dem Jahr 2027 ausgerollt werden.
Nachdem Karner Motagvormittag in Wien neuerlich ausrückte, um das neue Modell als „Modernisierung und Verbesserung“ zu bewerben, tat das in Tirol am frühen Nachmittag auch Landespolizeidirektor Helmut Tomac.
Eine Reform bei den Dienstzeiten sorgt für viel Verunsicherung und für viele Ängste. Es kursieren auch sehr viele Desinformationen, die wir beseitigen möchten.
Landespolizeidirektor Helmut Tomac
App für Diensttausch und „Pool“ für Überstunden
„Eine Reform, bei der es um die Dienstzeiten geht, führt naturgemäß zu vielen Ängsten und viel Verunsicherung in der Belegschaft – es kursieren auch viele Desinformationen“, betonte er. Ebenso wie der Innenminister unterstrich auch Tomac, dass das neue Modell, das in Tirol ab April im kommenden Jahr eingeführt werden soll, keine Gehaltseinbußen mit sich bringen werde: „Es schafft bei gleichem Budget eine höhere Effizienz, bessere Planung und mehr Flexibilität unter der Belegschaft.“
Diesbezüglich verwies der Landespolizeidirektor auf eine eigene App für Dienstwünsche und Diensttausche, die es in Zukunft geben werde, sowie einen „Pool“ für Überstunden, für den man sich freiwillig melden könne. „Wer mehr Wert auf Freizeit legt, wird dann halt auch beim Verdienst entsprechende Einbußen hinnehmen müssen.“
Mehr Dienstantritte als einziges Manko geortet
Dass der Wegfall der 24-Stunden-Dienste für die Beamten auch mehr Dienstantritte nach sich zieht, gab Tomac als ein Manko unumwunden zu. „Unterm Strich macht das neue Modell, in dessen Konzeption ich als Generalsekretär eingebunden war, den Beruf bei der Polizei attraktiver.“
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