Experten warnen

Was Sparkurs an Unis für Standort Steiermark heißt

Steiermark
31.08.2026 16:30

Diskussion an der Uni Graz zu Sparplänen der Bundesregierung: Weniger Budget für Universitäten hätte fatale Folgen für die steirische Wirtschaft und Gesellschaft. 

Nach Plänen der österreichischen Bundesregierung müssen heimische Hochschulen ab 2028 den Gürtel enger schnallen. Man geht aktuell von einer Kürzung um rund eine Milliarde Euro aus – 500 Millionen davon entfielen auf steirische Universitäten, rechnet Uni-Graz-Rektor Peter Riedler vor und betont, dass kein anderes Bundesland so stark wie die Steiermark betroffen wäre.

Die Karl-Franzens-Universität Graz trommelte am Montag gemeinsam mit der Hochschülerschaft zu einem runden Tisch, an dem neben Rektoren aller fünf steirischen Unis auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Industrie sowie Sozialpartner Platz nahmen. Tenor: Einsparungen im Universitätsbudget hätten weitreichende und folgenschwere Auswirkungen in vielen Bereichen, von Industrie über Wirtschaftsstandort bis hin zur medizinischen Versorgung.

Enge Verzahnung mit der Industrie
Monika Köppl-Turyna, Direktorin des Wirtschaftsforschungsinstituts Eco Austria, legte dazu auch konkrete Zahlen und Fakten auf den Tisch: Demnach sorgen Unis in der Steiermark im Jahr für 1,25 Milliarden Euro an Wertschöpfung. „Und was die Steiermark auszeichnet, ist die enge Verzahnung mit der Industrie, das ist in keinem anderen Bundesland so“, betont die Expertin.

Das unterstrich Horst Bischof, Rektor der TU Graz: „Rund 50 Prozent des österreichischen Ingenieurnachwuchses kommt aus der Steiermark.“ Kurt Maier, Boss der steirischen Industriellenvereinigung, erläuterte, dass Humankapital einer der wichtigsten Standortfaktoren für die heimische Industrie sei.

Gesundheitsversorgung droht sich zu verschlechtern
Sehr konkret könnten sich Kürzungen auch in der Gesundheitsversorgung auswirken, wie Med-Uni-Rektorin Andrea Kurz betonte – und zwar unterm Strich in Form von weniger Medizin-Absolventen, sprich: Ärzten.

 Und natürlich betrifft es Studierenden unmittelbar: „Das Studium kann sich verzögern, etwa wenn es weniger Betreuer gibt“, nennt ÖH-Vorsitzende Valentina Simschitz als Beispiel.

Wie die Kürzungen konkret ausfallen, wird sich im Herbst zeigen. „Unis können und werden sparen. Entscheidend ist, dass nicht jene Strukturen beschädigt werden, die mit viel Anstrengung aufgebaut wurden und die wir Menschen für die Zukunft brauchen“, so Rektor Riedler. 

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