Nach den Pensionisten sind jetzt die Unis dran. Auch auf den Hochschulen wird es Einsparungen geben. Bis 2027 ist das vereinbarte Uni-Budget aber noch gesichert, erst ab 2028 wird es weniger Mittel geben. Die Einsparungen erfolgen allerdings auf einem sehr hohen Niveau.
In der Periode 2025 bis 2027 haben die Unis einen überhöhten Budgetanstieg von 34 Prozent erhalten. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) muss nun 2027 23 Millionen und 2028 190 Millionen Euro einsparen. Wie das Uni-Budget 2028 bis 2030 im Detail aussieht, steht erst nach einer Regierungsklausur im Herbst fest. 15,5 Milliarden sind der Rahmen.
Unis warnen vor Kürzungen und Köpferollen
Die Unis haben 18 Milliarden gefordert und warnen jetzt vor Personal- und Leistungskürzungen. Rektorensprecherin Brigitte Hütter spricht von einem „Super-GAU“ für Unis, Wirtschaft und Gesellschaft. Es müssten 10.000 Köpfe – das ist ein Fünftel des Personals – eingespart werden. Die Betreuungsverhältnisse in der Lehre würden dadurch in problematische Höhen steigen – mit Folgen wie längeren Studienzeiten samt Verschärfung des Fachkräftemangels.
Unis wollen über Studiengebühren reden
Die uniko-Chefin stellt die Frage nach einer Ausweitung der Studiengebühren in den Raum, für die SPÖ ist das allerdings ein absolutes No-Go. Man überlege andere Lösungen, um etwaige Einsparungen abzufangen, so Holzleitner. So könnte etwa die Lohnnebenkostensenkung den Unis im Doppelbudget 30 Millionen Euro einbringen oder Baukostenzuschüsse der BIG 60 Millionen Euro. Abseits davon hoffe man auch auf Philanthropie durch Stiftungen.
Unterstützung für die Unis kommt von den Ländern. Nach Oberösterreich und Wien meldet sich nun auch das Burgenland zu Wort. „Die angekündigten Kürzungen bei den Universitätsbudgets sind völlig inakzeptabel. Wer bei Wissenschaft, Forschung und Bildung spart, spart an der Zukunft unseres Landes“, so Klubobmann und SPÖ-Bundespräsidiumsmitglied Roland Fürst.
Für kommende Woche sind bereits gemeinsame Proteste von Studenten und der Universitätenkonferenz in mehreren Uni-Städten angekündigt. Protestnoten gegen die geplanten Einsparungen kamen auch von den Senatsvorsitzenden der Universitäten sowie Betriebsräten und Gewerkschaft. Die Arbeitnehmervertretungen riefen auch zur Teilnahme an den Demonstrationen auf.
Viel Geld, wenig Output
Der internationale Vergleich zeigt, dass Österreich relativ viel Geld für seine Hochschulen ausgibt. Gemessen am BIP-Anteil liegen wir im EU-Ranking auf Platz zwei, gemessen an den Ausgaben pro Student (27.000 Euro pro Jahr und Kopf) ist es der vierte Platz. Apropos Studenten: Deren Zahl ist gleichzeitig rückläufig. Angesichts dieser Zahlen könnte auch die Frage nach dem Output gestellt werden. Im Exzellenz-Ranking können Österreichs Unis nämlich nicht mithalten. Die Universität Wien ist heuer erstmals unter die Top 100 weltweit gekommen.
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