Affäre bedroht?

Prozess nach Eifersuchtsszene in Wirtschaftskammer

Gericht
22.08.2026 09:00

Ob die Causa im Landesgericht Wien richtig aufgehoben ist? Eine 62-Jährige stürmte im Juni die Wirtschaftskammer in Wien. Dort arbeitet ihr Ehemann – und seine vermeintliche fast halb so alte Affäre. Mit ihrer 80-jährigen Chinesisch-Dolmetscherin soll die Angeklagte dann Drohungen ausgesprochen haben. Noch vor Gericht ist die junge Frau angsterfüllt.

Die Emotionen kochten am 26. März hoch, als zwei Frauen in die Wirtschaftskammer Wien stürmten. Die chinesischstämmige 62-Jährige wollte dort nämlich die vermeintliche Affäre ihres Mannes konfrontieren – beide arbeiteten dort. „Sie ist eine hübsche Frau. Sie soll sich einen anderen Mann aussuchen und nicht meine Familie zerstören“, sagt die Hausfrau vor Gericht.

„Die waren ziemlich aufgebracht“
Im Schlepptau hatte sie an jenem Tag ihre 80-jährige Chinesisch-Dolmetscherin, die jetzt auch auf der Anklagebank sitzt. Ihr Verteidiger David Jodlbauer: „Die Erstangeklagte hat zu meiner Mandantin gesagt, wir müssen zur Wirtschaftskammer gehen und mit der Affäre meines Mannes reden. Die waren ziemlich aufgebracht.“ Gesagt, getan ...

Junge Frau sitzt angsterfüllt im Zeugenstand
Und dort im Eingangsbereich sollen sie laut Anklage gesagt beziehungsweise geschrien haben: „Wir schlagen sie zusammen. Wir machen sie fertig.“ Gemeint ist die um einiges jüngere Frau, die ziemliche Angst vor den zwei Damen gehabt haben dürfte. „Die beiden Angeklagten hätten mich ja auch im Zusammenwirken zusammenschlagen können. Sie waren ja zu zweit da“, sagt sie im Zeugenstand. Die 62- und die 80-Jährige mussten dabei im Nebenzimmer warten ...

Zitat Icon

Wenn man den Akt so liest, denkt man ans heitere Bezirksgericht.

Verteidiger David Jodlbauer

Die Anfang 30-Jährige rechtfertigt sich außerdem: „Ich möchte nur anmerken, dass es moralisch für mich absolut nicht in Ordnung ist, mit einem verheirateten Mann zusammen zu sein.“ Aber ganz unbegründet dürfte der Verdacht der Angeklagten auch nicht gewesen sein: „Ich hab persönlich gesehen, dass sich die beiden in den Arm genommen und geküsst haben.“ Bei einer U-Bahnstation bereits im Februar 2025. „Er hat damals gesagt, er ist in der Trennungsphase.“

Straftat
Körperverletzung
Strafrahmen
bis zu einem Jahr Haft
Urteil
2 Monate bedingte Haft
nicht rechtskräftig

Weil die 62-Jährige die junge Frau damals mehrmals grob geschubst hat, wird die chinesischstämmige Österreicherin zu zwei Monaten bedingter Haft verurteilt. Von der gefährlichen Drohung werden sie und die 80-jährige Dolmetscherin freigesprochen. Die Situation in der Wirtschaftskammer war viel zu unübersichtlich, um festzustellen, wer was gesagt hat. Die Hausfrau möchte sich nun jedenfalls von ihrem Noch-Ehemann scheiden lassen.

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