Menschen evakuiert

Unwetter in Norditalien: Chaos und Stromausfälle

Ausland
21.08.2026 13:06

Besonders die Toskana bekam die Folgen der Unwetter in der Nacht auf Freitag zu spüren. In mehreren Provinzen Italiens waren Einsatzkräfte stundenlang damit beschäftigt, umgestürzte Bäume und Äste zu beseitigen (siehe Video oben). Mehr als 6000 Stromanschlüsse waren lahmgelegt, mehr als ein Drittel davon entfiel auf die Provinz Pistoria.

In Pisa rückte die Feuerwehr wegen loser Fassadenteile und Dachziegel aus. In der Küstenstadt Viareggio stürzte ein Baum auf mehrere geparkte Autos. Verletzt wurde dabei niemand. Der Zivilschutz registrierte in der Region insgesamt rund 18.000 Blitze.

Auch im Piemont verursachten die Unwetter Schäden. In der Provinz Alessandria gingen rund 30 Meldungen zu umgestürzten Bäumen, gefährdeten Masten und beschädigten Dächern ein. In Chivasso bei Turin wurden Dächer beschädigt und Bäume umgerissen. Ein Mauerteil stürzte auf mehrere geparkte Autos. Verletzte wurden nach bisherigen Angaben nicht gemeldet.

Gemeinden in Bergamo abgeschnitten
Besonders schwer trafen die Unwetter die Provinz Bergamo. Dort waren sechs Gemeinden vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. Etwa 150 Menschen mussten nach Angaben der Feuerwehr evakuiert werden. Erdrutsche, Überschwemmungen und umgestürzte Bäume erschwerten die Arbeit der Einsatzkräfte.

In Isola di Fondra wurde ein Campingplatz mit rund 155 Gästen geräumt. Grund dafür waren ein anschwellender Fluss und ein Erdrutsch. In Valleve mussten drei Menschen, darunter zwei Kinder, nach einem Erdrutsch aus einem Wohnhaus in Sicherheit gebracht werden.

Hier sehen Sie Aufnahmen von der Feuerwehr:

Straßen vorsorglich gesperrt
Auch in Friaul-Julisch Venetien richteten schwere Gewitter und Hagel Schäden an. In den Bergregionen, unter anderem am Zoncolan, wurden Windböen von bis zu 128 km/h gemessen. Mehrere Gemeindestraßen wurden vorsorglich gesperrt.

Seit Donnerstag ziehen schwere Unwetter über Norditalien. Die Schlechtwetterfront bewegt sich allmählich weiter nach Süden und beendet damit eine extreme Hitzewelle, die mehrere Tage angehalten hatte. Am Freitag wurden weitere Gewitter, kräftige Regenschauer und schwere Sturmböen erwartet. Die Windgeschwindigkeiten könnten dabei mehr als 110 km/h erreichen. Anschließend sollte sich die Gewitterfront weiter ins Landesinnere verlagern. Größere Überschwemmungen blieben zunächst aus, Flüsse traten nicht über die Ufer.

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