80. Saison

Bregenzer Festspiele auf Zuschauerrekord-Kurs

Vorarlberg
21.08.2026 13:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Am Freitag luden die Bregenzer Festspiele zu einer Zwischenbilanz ins Festspielhaus. Mit der heurigen Saison sind Intendanz und Geschäftsführung äußerst zufrieden – doch nächstes Jahr drohen Einschnitte.  

Zufriedenheit herrscht derzeit bei den Verantwortlichen der Bregenzer Festspiele. Der Donnerstag brachte zwar die erste Regenabsage der 80. Saison. Sollte aber keine weitere dazukommen, dann steuert das Festival mit 273.000 Besuchern bis Sonntagabend auf einen neuen Rekord zu. Im kommenden Jahr werden allerdings die Subventionskürzung spürbar: „2027 wird es kein Schauspiel geben“, erklärte Intendantin Lilli Paasikivi am Freitag.

Michael Diem, Hans-Peter Metzler und Lilli Paasikivi.
Michael Diem, Hans-Peter Metzler und Lilli Paasikivi.(Bild: APA/ANGELIKA GRABHER-HOLLENSTEIN)

Bund, Land und Stadt hatten kurzfristig die Förderungen um 30 Prozent für 2025 und 2026 gekürzt, ein Minus von 2,1 Millionen Euro pro Jahr. „Wir wissen noch nicht, was 2027 sein wird“, sagte der kaufmännische Direktor Michael Diem dazu. Darum müsse man sich nächstes Jahr auf das Wesentliche konzentrieren. Man wolle aber jedenfalls das Niveau halten, werde auch wieder ein Opernstudio anbieten. „Ein bisschen“ werde man zudem die Preise anheben, „aber im Schnitt unter der Inflation“. Mit den Fördergebern sei man derzeit „in guten Gesprächen“, hieß es.

Insgesamt standen heuer 80 Veranstaltungen am Programm, in 28 ausverkauften Vorstellungen – drei stehen noch aus – werden am Sonntagabend 193.500 Personen „La traviata“ gesehen haben. Festspielpräsident Hans-Peter Metzler sprach von einer „erfolgreichen Saison in jeder Hinsicht“. Intendantin Paasikivi lobte Leidenschaft und Hingabe der Mitwirkenden und des Publikums. Als ein Highlight nannte sie den „Singalong“, bei dem über 6500 Menschen zusammen auf der Festspielhaus-Tribüne im Chor sangen. „Den Geburtstag der Festspiele zu feiern mit allen Musikliebhabern war ein besonderer Moment“, betonte sie. Man habe zudem heuer drei Uraufführungen ermöglicht. Es sei wichtig, als Festival solche Möglichkeiten zu bieten. 

„Hoffen, dass auch andere liefern“
„Selten war das Programm so vielseitig und die Auslastung so einseitig, nämlich nahezu bei hundert Prozent“, so Diem. Allein die Führungen und Einführungen besuchten rund 43.000 Personen. Er hob die Leistung der Teams hervor, denn die Hitze sei beim Probieren auf der Seebühne „nicht wirklich lustig“ gewesen. Die drei Aufführungen der Hausoper „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ von Leoš Janáček waren mit knapp 4.500 Gästen zu 98 Prozent ausgelastet. Die Schauspielproduktionen sahen heuer rund 2.000 Besucher. „Die Besucher sind gekommen, wir haben geliefert. Jetzt hoffen wir, dass andere auch liefern werden“, schloss Diem.

Kleist-Geburtstag
Der Vorverkauf für die Saison 2027 beginnt bereits um 21 Uhr am letzten Spielabend im Webshop. Premiere ist am 22. Juli. Als Oper im Festspielhaus wird ab 21. Juli Othmar Schoecks „Penthesilea“ anlässlich des 250. Geburtstags von Heinrich von Kleist gezeigt. „Ein sehr starkes, hochdramatisches Werk“, erklärte Paasikivi über die selten gespielte Oper. Mehr zum Programm kündigte sie für November an.

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