Schönste Wanderrouten

Vom Sternenhimmel ins Morgenlicht am Zafernhorn

Vorarlberg
21.08.2026 11:25

Das Zafernhorn liegt im Biosphärenpark Großes Walsertal und bietet eine beeindruckende Rundumsicht. Besonders stimmungsvoll ist eine Gipfeltour zum Sonnenaufgang.

Das Zafernhorn (2107 Meter) ist mit seinem spitz zulaufenden Gipfel und den nach allen Seiten steil abfallenden Bergflanken eine markante Erscheinung im Lechquellgebirge. Der Berg liegt auf dem Gemeindegebiet von Fontanella und erhebt sich unmittelbar an der landschaftlichen Schnittstelle zwischen dem Bregenzerwald und dem Großen Walsertal. Nördlich erstreckt sich das Damülser Tal, im Süden fällt das Gelände in Richtung Großes Walsertal ab. Das nahe Faschinajoch bildet einen wichtigen Übergang zwischen den beiden Regionen. Vom Zafernhorn bietet sich ein weitreichender Ausblick – unter anderem zur Roten Wand und bis zu den Bergen des Rätikons und der Silvretta.

Tipps & Infos

Typ: Sonnenaufgangstour (Rundwanderung)
Dauer: rund vier Stunden (Gehzeit)
Ausgangspunkt: Parkplatz Faschina, Großes Walsertal Anstieg: gut 600 Höhenmeter
Anforderung: gute Grundkondition, Trittsicherheit Ausrüstung: Stirnlampe, Kleidung im Schichtprinzip (vor Sonnenaufgang ist es auf dem Gipfel windig und kühl), Bergschuhe mit guter Profilsohle, Tagesrucksack mit Jause und Getränk
Einkehrmöglichkeiten: in Faschina

Wer früh aufsteht, wird üppig belohnt
Ein besonderes Erlebnis ist es, den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu erleben. Dafür muss man allerdings früh aufbrechen: Spätestens um 3.30 Uhr in der Früh sollte man beim (gebührenpflichtigen) Parkplatz in Faschina gleich gegenüber dem Stafellift starten, um rechtzeitig am Ziel zu sein. Man hält sich zunächst links und wandert an einem Bauernhof vorbei, der Güterstraße folgend. Diese führt recht steil ansteigend bis zur Bartholomäus Alpe, wo die Strecke in einen Wiesenpfad mündet. Auf diesem quert man den Berghang und wandert weiter aufwärts bis zum sogenannten Gumpener Grätle (1840 Meter). Nun wird der Berg quasi halb umrundet, um dann auf der anderen Seite aufzusteigen. Dieser Abschnitt verlangt Trittsicherheit, da der schmale Pfad teilweise von Geröll durchsetzt ist und dann wiederum steil über Felsen ansteigt.

Erster Lichtstreifen am Horizont.
Erster Lichtstreifen am Horizont.(Bild: Rubina Bergauer)
Sonnenaufgang vom Zafernhorn aus.
Sonnenaufgang vom Zafernhorn aus.(Bild: Rubina Bergauer)
Gipfelkreuz am Zafernhorn bei Sonnenaufgang.
Gipfelkreuz am Zafernhorn bei Sonnenaufgang.(Bild: Rubina Bergauer)

Gegen fünf Uhr morgens kündigt sich am Horizont zaghaft das erste Licht des neuen Tages an. Noch spannt sich der dunkle Nachthimmel über die Landschaft, durchsetzt von funkelnden Sternen. Davor zeichnen sich die umliegenden Berge als dunkle Silhouetten ab – wie in einem Scherenschnitt. Von den umliegenden Alpen ertönt entfernt das Gebimmel der Kuhglocken. Ein Vorteil ist, dass um diese Zeit die Temperaturen noch ideal für den steilen Aufstieg auf das Zafernhorn sind, das untertags voll in der Sonne liegt.

Ein überaus vielfältiges landschaftliches Mosaik
Rund um den Berg treffen mehrere Landschaftsräume aufeinander: alpine Gipfel, traditionelle Maisäße und Alpflächen sowie artenreiche Feuchtlebensräume. Letztere haben allerdings unter der anhaltenden Trockenheit gelitten. Auch die meisten Alpenblumen sind bereits verblüht, lediglich der giftig-schöne Rittersporn, die zerzauste Alpen-Kuhschelle und das ausdauernde Heidekraut halten sich tapfer an den Flanken des Zafernhorns. Im Dämmerlicht gelangt man schließlich zum Furkajoch (1874 Meter) und von dort auf den Güterweg in Richtung Zafernalpe. Bei der Hubertuskapelle zweigt der Pfad zum Gipfel ab, der entlang des Südhangs wiederum steil bergauf führt.

Heidekraut/Besenheide

Wenn viele Wiesenblumen bereits verblüht sind, setzt das Heidekraut noch einmal kräftige Farbakzente. Bei der sogenannten Besenheide handelt es sich um einen immergrünen Zwergstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse. Von August bis in den Herbst hinein trägt dieser zahlreiche kleine, meist rosa- bis purpurfarbene Blüten, die ganze Berghänge in einen rötlich-violetten Schimmer tauchen können. Zu den Bestäubern zählen vor allem Bienen und Hummeln. Die Pflanze gedeiht insbesondere auf sauren, nährstoffarmen Böden und bevorzugt lichte Standorte, Magerwiesen und -weiden, Moore, Felsbereiche sowie Zwergstrauchgesellschaften. Besonders eng verbunden ist sie mit traditionellen, extensiv genutzten Weideflächen: Werden diese nicht mehr bewirtschaftet und verbuschen, verschwindet die lichtliebende Besenheide nach und nach.

Die Besenheide sorgt bis in den Herbst hinein für farbliche Akzente in der alpinen Landschaft.
Die Besenheide sorgt bis in den Herbst hinein für farbliche Akzente in der alpinen Landschaft.(Bild: Rubina Bergauer)

Ein weitläufiges Panorama auf Berge und Täler
Dieser Abschnitt geht nochmals richtig in die Beine, auf dem Weg nach oben hat man aber bereits einen schönen Blick auf die Landschaft und erspäht das erste, entfernte Leuchten der aufgehenden Sonne. Beim Gipfelkreuz angekommen beeindruckt das weitläufige Panorama auf die umliegenden Täler und Gebirgsgruppen. Die Sonne schiebt sich nun als orange-leuchtendes Gestirn über die Bergrücken und beleuchtet mit ihren Strahlen die Bergspitzen. Es ist ein ruhiges, aber beeindruckendes Naturschauspiel. Nach einer Rast geht es wieder hinab zur Hubertuskapelle. Von dort folgt man dem Güterweg zum Zafernmaisäß und dann dem Wiesenpfad bis nach Faschina.

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