Verbessert oder verschlechtert? Diese Frage stellte der Verkehrsclub Österreich hunderten Fahrgästen zum Bahnangebot. Das Ergebnis der Befragung zeigt, dass sich einiges zum Besseres gewandelt hat, anderes aber hat noch Luft nach oben – Pünktlichkeit etwa.
Umweltschonend, nervenschonend: Damit werben Bahnunternehmen gerne. Doch wie beurteilen Fahrgäste das Angebot der Bahn tatsächlich? Der VCÖ wollte es wissen und hat österreichweit 11.257 Fahrgäste in den Zügen von neun Bahnunternehmen befragt, davon 548 aus Vorarlberg. Dabei zeigte sich, dass acht von zehn Passagieren in den vergangenen zwölf Monaten Verbesserungen bei der Häufigkeit der Verbindungen, bei Information und Service sowie bei den Buchungs- und Reservierungsmöglichkeiten festgestellt haben. Drei Viertel der Vorarlberger Fahrgäste beurteilen auch die Kombinationsmöglichkeit von Bahn und Fahrrad besser als zuvor.
Bestnoten gab es für das Zugpersonal, das von 96 Prozent der Befragten als hilfsbereit und von 92 Prozent als freundlich erlebt wird. Zwei Drittel sehen auch bei der Anwesenheit des Zugpersonals Verbesserungen in den vergangenen zwölf Monaten.
Allerdings gab es eben auch Tadel, etwa im Bereich Anschlussverbindungen. Jeder zweite Fahrgast hat in den vergangenen zwölf Monaten mehrmals Anschlussverbindungen versäumt, die Hälfte davon sogar mehrmals im Monat oder noch öfter. „Gerade für eine kürzere Gesamtreisezeit sind optimale Anschlussverbindungen zentral. Deshalb ist es wichtig, dass Bahn und Bus optimal aufeinander abgestimmt sind. Auch häufigere Regionalverbindungen verringern das Problem versäumter Anschlüsse, weil damit die Wartezeiten verkürzt werden“, erklärt Michael Schwendinger vom VCÖ.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Pünktlichkeit der Züge: 30 Prozent der Vorarlberger Fahrgäste sind damit nicht zufrieden. Und 49 Prozent gaben an, dass sie im Befragungszeitraum mehr Zugausfälle und Störungen erlebt haben als davor. Interessant ist das Ergebnis bezüglich des Preis-Leistungs-Verhältnisses: Während 40 Prozent der Fahrgäste meinen, dass sich dieses verschlechtert hat, hat es sich für 60 Prozent verbessert.
Immer mehr Zugkilometer
Bahnfahren liegt jedenfalls weiterhin im Trend: Im Vorjahr wurden in Österreich 15,1 Milliarden Personenkilometer mit der Bahn gefahren, um 100 Millionen Kilometer mehr als im Jahr davor. Beim VCÖ-Bahntest sagten 24 Prozent der Vorarlberger Fahrgäste, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten häufiger mit dem Zug mobil waren als davor, 71 Prozent gleich oft und nur fünf Prozent waren seltener per Zug unterwegs.
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