Anrainern stinkt es

Filter kaputt, Kadaver werden trotzdem verbrannt

Burgenland
20.08.2026 07:00

Den Anrainern rund um die Tierkörperverwertung in Unterfrauenhaid im Burgenland stinkt es gewaltig. Seit dem Brand Anfang August klagen Bewohner über massive Geruchsbelästigung. Der Biofilter wurde bei dem Feuer beschädigt, trotzdem muss die Anlage weiterarbeiten.

„Es ist wirklich grauslich“, schildern Betroffene der „Krone“. Gerüche aus Richtung der TKV habe es je nach Wetterlage schon früher gegeben, seit dem Brand sei die Belastung aber eine andere. Anrainer sprechen von einem schweren, süßlichen Gestank, der sie an verbranntes Fleisch erinnere. Wer zum falschen Zeitpunkt lüfte, habe den Geruch anschließend auch in der Wohnung.

Früher sei eine derart starke Belastung vielleicht fünfmal im Jahr aufgefallen, seit dem Feuer sei beinahe täglich etwas zu bemerken. Allein in den vergangenen sieben bis acht Tagen sei der Gestank zweimal besonders massiv gewesen – selbst rund zwei Kilometer von der Anlage entfernt. „Es stinkt sehr viel mehr“, bestätigt Bürgermeister Thomas Niklos die Beschwerden.

Gestank hängt von der Windrichtung ab
Schon zuvor sei es heuer zeitweise schwierig gewesen, seit dem Feuer habe sich die Situation noch einmal verschärft. Teilweise sei es so schlimm wie früher, als es noch keinen Filter gegeben habe. Wie stark der Geruch wahrgenommen wird, hängt vor allem von der Windrichtung ab.

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Seit dem Brand in der Tierkörperverwertung stinkt  es in Unterfrauenhaid sehr viel mehr.

Bürgermeister Thomas Niklos

Abluftsystem beschädigt, Betrieb läuft weiter
Beim Brand am 8. August war ein Filter der Abluftanlage in Flammen aufgegangen. 16 Feuerwehren mit rund 200 Mitgliedern standen damals im Einsatz. Wie die Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf nun bestätigt, wurde dabei das Abluftsystem, konkret der Biofilter, beschädigt. Den Betrieb einfach einzustellen, ist allerdings keine Option.

Österreichweit gibt es nur zwei Betriebe zur Verarbeitung derartiger tierischer Abfälle. Der Entsorgungsauftrag und der Tierseuchenschutz müssten aufrechterhalten werden, heißt es von der BH. Deshalb arbeitet die TKV derzeit im Notbetrieb weiter.

Für die Löschkräfte endete der Einsatz erfolgreich. Nach dem Brand sind aber weiter viele Fragen ...
Für die Löschkräfte endete der Einsatz erfolgreich. Nach dem Brand sind aber weiter viele Fragen offen.(Bild: BFKDO OP)

Viele offene Fragen nach dem Brand Anfang August
Wie stark die Anlage beschädigt ist, wie die Abluft derzeit gereinigt wird, mit welcher Leistung gearbeitet wird und wann der Normalbetrieb wieder möglich sein soll, wollte die „Krone“ von der TKV wissen. Konkrete Angaben machte das Unternehmen nicht. Man arbeite „mit höchster Priorität“ an der Wiederherstellung und komme seinem Entsorgungsauftrag „uneingeschränkt“ nach. Zu technischen Details und Betriebsparametern gebe es keine weiteren Auskünfte.

BH verweist bei erhöhter Schadstoffbelastung an die TKV
Auch bei der Bezirkshauptmannschaft sind mittlerweile Beschwerden über den Geruch eingegangen. Die Behörde spricht von „vereinzelten“ Fällen. Betroffene und umliegende Gemeinden seien über die Situation und die Reparaturarbeiten informiert worden.

Ob seit dem Brand Kontrollen oder Messungen der Abluft und Emissionen durchgeführt wurden, bleibt offen. Bei der Frage, ob eine erhöhte Schadstoffbelastung ausgeschlossen werden kann, verweist die Bezirkshauptmannschaft auf die TKV.

Bürgermeister Niklos drängt indes „mit Nachdruck“ darauf, dass die Probleme behoben werden. Eingreifen könne die Gemeinde selbst nicht. „Uns sind die Hände gebunden“, sagt er. Zuständig sei die Bezirkshauptmannschaft, die Gemeinde könne nur vermitteln. 

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