Wenn ein US-Botschafter in Jerusalem, der bisher ein 150-prozentiger Unterstützer des jüdischen Staates war, von „Terror“ spricht und genau diesen Staat meint, dann sollten in Israel alle Alarmglocken läuten. Die gewaltsamen Übergriffe radikaler Siedler im Westjordanland haben ein Ausmaß erreicht, das mit Israels Selbstverteidigung nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 nicht mehr erklärt werden kann.
Es ist eine von Vertreibung begleitete Besiedlungsstrategie unter dem Segen der Regierung, um eine Zweistaatenlösung unmöglich zu machen. Das Westjordanland ist seit 59 Jahren Besatzungsgebiet und laut Völkerrecht hat auch eine Besatzungsmacht Schutzverpflichtungen gegenüber der Zivilbevölkerung.
Israel hat seit dem 7. Oktober viele Siege errungen. (Den letzten – Iran – blockiert Trump.) Große Siege machen blind und verführen dazu, nicht mehr aufhören zu können.
Die radikalen Kräfte in Israel haben den 7. Oktober als Freibrief ungezügelter Machtpolitik verstanden, als ideale Gelegenheit, den Nahen Osten umzukrempeln. Israel hatte bisher immer darauf Wert gelegt, Rückhalt in der Gemeinschaft demokratischer Staaten zu finden. Wenn das nicht mehr gelten soll nach dem Motto „Der Starke ist am mächtigsten allein“, dann könnte sich das zu einem gefährlichen Bumerang auswachsen.
Israel muss sich zügeln, bevor es selbst Schaden nimmt!
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.