Gefahr im Allag
Riesiger Fels droht Schweizer Dorf zu zerstören
Über der Ortschaft Kandersteg in der Schweiz bewegt sich ein riesiger Felsbrocken. Millionen Kubikmeter Gestein könnten sich auf der Formation „Spitze Stei“ lösen. Für die Menschen im Dorf ist die Gefahr längst Teil des Alltags, doch trotzdem haben sie extreme Angst.
Wer in Kandersteg lebt, blickt nicht einfach nur auf die Berge. Er blickt auch auf einen Berg, der sich bewegt. Hoch über dem Dorf am „Spitze Stei“ ist der Fels instabil. Fachleute gehen davon aus, dass sich dort Millionen Kubikmeter Gestein lösen könnten. Wann das passiert und wie groß der Abbruch wohl sein wird, weiß niemand.
Genau das macht die Situation für die Menschen so belastend. Es gibt keinen festen Zeitpunkt, auf den sie sich einstellen könnten. Stattdessen leben sie mit einer Gefahr, die jeden Tag da ist, aber vielleicht erst in Monaten oder Jahren wirklich akut wird.
Trotzdem ist die Stimmung im Dorf nicht von Panik geprägt. Das Leben geht ganz normal weiter. Menschen gehen zur Arbeit, Kinder gehen zur Schule, Gäste kommen in den Ferien. Und doch gehört der besorgte Blick zum Berg für viele inzwischen zum Alltag.
Die dauerhafte Überwachung ist notwendig
Der „Spitze Stei“ wird deshalb durchgehend überwacht, Messgeräte sollen auch die kleinsten Veränderungen registrieren. Wenn sich die Geschwindigkeit der Bewegungen verändert, können die Behörden reagieren, die Bevölkerung warnen und evakuieren oder gefährdete Gebiete sperren.
Ein Teil des Problems liegt tief im Berg. Durch die hohen Temperaturen taut der Permafrost in den Alpen auf. Das Eis im Untergrund verliert seine stabilisierende Wirkung und der Fels kann dadurch ins Rutschen geraten und Hänge können deswegen auch instabiler werden.
Eine einfache Lösung gibt es hier nicht. Die gewaltigen Gesteinsmassen lassen sich nicht einfach wegsprengen. Die Verantwortlichen bleibt deshalb nichts anderes übrig als: beobachten, vorbereiten und im Ernstfall schnell handeln.
Die Einheimischen leben mit Unsicherheiten
Für die Menschen in Kandersteg bedeutet das, mit einer Unsicherheit zu leben, die sich nicht einfach abschütteln lässt. Der Berg ist Teil ihrer Heimat – und gleichzeitig eine mögliche Gefahr. In Blatten im Wallis war es im Mai 2025 zu einem gewaltigen Bergsturz gekommen: Fels- und Eismassen donnerten ins Tal und verschütteten Teile des Dorfes. Die Bevölkerung war zuvor evakuiert worden, trotzdem kam ein Mensch ums Leben. Aber derweil ist in Kandersteg noch nichts Vergleichbares passiert. Doch die Frage bleibt: Wie lange bleibt der „Spitze Stei“ ruhig? Und genau diese Ungewissheit ist für die Menschen im Dorf das Beunruhigendste.










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