Das Weite Land gerät langsam aber sicher aus den Fugen! Die ÖVP bleibt laut aktueller Umfrage zwar stärkste Kraft, doch die FPÖ erreicht einen historischen Höchstwert. Besonders brisant: Gemeinsam mit der SPÖ könnten die Freiheitlichen erstmals eine Mehrheit im Landtag erreichen ...
Es hätte ein malerischer Wochenabschluss für die Volkspartei in Niederösterreich werden sollen. Landeshauptfrau und Ehrenpfadfinderin Johanna Mikl-Leitner besuchte voller Begeisterung die „Scouts“ in Wilhelmsburg und Landesvize Stephan Pernkopf frönte seiner musikalischen Leidenschaft beim 40-Jahre-Jubiläum von Steven’s Big Band im persönlichen Sehnsuchtsort, dem Schloss Weinzierl bei Wieselburg.
Doch spätestens am Sonntag herrschte Alarmstimmung bei den Schwarzen. Die aktuelle IFDD-Umfrage im Auftrag des ORF NÖ ließ nämlich gute Laune wie Prozentpunkte dahinschmelzen.
Blau-Rot plötzlich eine theoretische Option
Eineinhalb Jahre vor der nächsten Landtagswahl bleibt die ÖVP mit 35 Prozent zwar auf Platz eins. Doch die FPÖ sitzt ihr mit 30 Prozent im Nacken und erreicht damit einen historischen Höchstwert. Die SPÖ kommt auf 19 Prozent, die Grünen auf neun und NEOS auf fünf Prozent.
Für die ÖVP ist der Blick zurück besonders schmerzhaft: Bei der Landtagswahl 2023 holte die Volkspartei noch 39,9 Prozent. Die FPÖ würde hingegen von 24,2 auf 30 Prozent zulegen. Die SPÖ verliert leicht, während die Grünen zulegen und NEOS etwas zurückfallen.
Besonders brisant ist die Mandatsrechnung: FPÖ und SPÖ kommen gemeinsam auf 49 Prozent. Laut Meinungsforscher Christoph Haselmayer könnten sie damit erstmals gemeinsam eine Mehrheit im Landtag erreichen – wenn auch hauchdünn. Damit wäre theoretisch sogar ein Landeshauptmann oder eine Landeshauptfrau ohne ÖVP möglich – eine Zäsur!
Bei den Wählerinnen und Wählern ist dieses Szenario allerdings noch wenig beliebt. Nur acht Prozent wünschen sich eine Zusammenarbeit von FPÖ und SPÖ. 35 Prozent bevorzugen die derzeitige Zusammenarbeit von ÖVP und FPÖ, 32 Prozent würden Schwarz-Rot favorisieren. Ein Viertel macht keine Angabe.
„Jeder Tag mit Johanna Mikl-Leitner ist ein guter …“
Fakt ist aber auch: Bei einer hypothetischen Direktwahl würden sich 40 Prozent für die aktuelle Landeshauptfrau entscheiden. FPÖ-Chef Udo Landbauer kommt lediglich auf 30 Prozent, SPÖ-Obergenosse Sven Hergovich gar nur auf 20 Prozent.
Noch hat die ÖVP also die Nase vorn. Doch die Umfrage zeigt: Die blaue Konkurrenz ist so stark wie nie und auf den Gängen des blauen Landtagsklubs wird das neue Credo weiterhin fleißig getrommelt. „Jeder Tag mit Mikl-Leitner ist ein guter, so werden wir bald zur Nummer eins!“
Bei den blau-gelben Schwarzen herrscht hingegen Krisenstimmung: „Unser Land ist mittlerweile zum politischen Kampfgebiet geworden“, sagt ein Landtagsmandatar zur „Krone“.
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